Lagerung con Chemikalien in einem Lager - Umweltstandards in der Chemie
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Umweltstandards in der Chemie

«Wo haben sie sich gebessert, wo besteht noch Optimierungsbedarf?»

Wenn eine Vorgehensweise so zweckmäßig ist, dass man etwas fortan immer so macht, wird diese Vorgehensweise zum Standard. Das Gerät, das bei einer bestimmten Arbeit immer wieder zur Anwendung kommt, wird zum Standardwerkzeug. Die Arbeitsteilung in der Gesellschaft und der Handel werden vereinfacht, wenn man sich über grundlegende Dinge einigt und die Ergebnisse in Standards festhält. Für den Schutz der Umwelt wurden für die Chemieindustrie Umweltstandards entwickelt. Hier erfahren Sie, worum es sich dabei handelt und wie zweckmäßig diese Umweltstandards in der Chemie sind.

Standards für die Umwelt

Umweltstandards beruhen auf der Erkenntnis, dass viele wirtschaftliche Prozesse schädliche Auswirkungen auf die Menschen und die Natur haben. Um die Umwelt davor zu schützen, sind Standards erforderlich, die sich nicht einfach aus der Gewohnheit ergeben, sondern auf der Einigung aller Beteiligten beruhen und erarbeitet werden müssen. Schwerpunkte sind dabei die Chemie und die Chemietechnik. Die Entwicklung von Umweltstandards in der Chemie setzt voraus, dass die einzelnen Auswirkungen erfasst und Abhilfemaßnahmen gefunden werden. Die größte Schwierigkeit bildet jedoch die Einigung über die Abhilfemaßnahmen (Stichwort Klimakonferenzen). Die Verwendung der Standards erfolgt im Prinzip auf freiwilliger Basis. Zur Vermeidung der gravierendsten Umweltschäden fanden einige Standards zum Schutz der Umwelt Eingang in gesetzlichen Vorschriften (z.B. Bundesimmissionsschutzgesetz, Kreislaufwirtschaftsgesetz).

Klärwerk - Umweltstandards in der Chemie
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Auswirkungen der chemischen Industrie auf die Umwelt

Aufgabe der Chemieindustrie ist die Umwandlung von Rohstoffen zu Materialien, die bestimmte Eigenschaften haben und vorgegebene Zwecke erfüllen. Die verschiedenen Materialien werden in praktisch allen Wirtschaftszweigen verwendet oder verbraucht. Um alle ausreichend versorgen zu können, erfolgt die Stoffumwandlung meistens in großen Anlagen. Was darin genau abläuft, wird von der Chemietechnik bestimmt. Die meisten Verfahren laufen in mehreren Schritten ab. Dabei verbinden sich die Rohstoffe mit Hilfsstoffen zu Zwischenprodukten bis sich schließlich das Endprodukt bildet, das aus dem Stoffgemisch abgetrennt werden muss. Es bleiben vielfach Reststoffe übrig, die oft – wie auch manche Hilfsstoffe, Zwischen- und Endprodukte – gefährlich sind. Zur Aufrechterhaltung der erforderlichen Reaktionsbedingungen und zum Transport der Chemikalien durch die Anlage werden große Mengen Energie verbraucht. Aus diesen Faktoren leiten sich die Ansatzpunkte für Umweltstandards in der Chemie ab:

  • Ressourcenverbrauch
  • Umgang mit Gefahrstoffen
  • Energieeinsatz
  • Freisetzung von Stoffen in die Umwelt
  • Arbeitsbedingungen

Die einzelnen Umweltstandards beziehen sich auf den Schutz von Menschen, Klima, Boden, Luft und Gewässern und die Verringerung des Verbrauchs von Ressourcen und Energie.

Zeichen des Protests mit Aufschrift "There's no planet b" - Umweltstandards in der Chemie
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Standards zur Ressourceneffizienz

Zur Entwicklung von Standards über den Umgang mit Ressourcen wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) verabschiedet. Seit 2012 werden in diesem Programm Leitideen, Handlungsansätze und Ziele festgelegt, die zum Schutz der natürlichen Ressourcen beitragen sollen. Hierbei wird besonderen Wert darauf gelegt, dass in der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltig mit Rohstoffen umgegangen wird. Ziel ist, das Wirtschaftswachstum vom Ressourceneinsatz zu entkoppeln und die Umweltbelastungen bei der Gewinnung und Verarbeitung der Rohstoffe zu verringern. Zu den für die Chemie interessanten Punkten gehört der möglichst geringe Einsatz von Primärrohstoffen. Das kann durch die Schließung von Stoffkreisläufen, die Nutzung der in der Gesellschaft vorhandenen ungenutzten Stoffe (anthropogenes Lager) und die Verlängerung der Lebensdauer von Produkten erreicht werden. Dazu wird nachhaltige Chemietechnik gebraucht, mit der kreislauffähige Erzeugnisse hergestellt und Sekundärrohstoffe aufbereitet werden können. Der effiziente Rohstoffeinsatz ist auch in den 12 Prinzipien für grüne Chemie verankert.

Nachhaltigkeit ins ein grundlegender Bestandteil des Geschäftsmodells von Kluthe

Umgang mit Gefahrstoffen

Zu den wichtigsten Umweltstandards in der Chemie gehören die Richtlinien für den Umgang mit Gefahrstoffen. Für den Arbeitsschutz gelten die Technischen Regeln für Gefahrstoffe. Die Standards beruhen vor allem auf den Vorschriften des Chemikaliengesetzes (ChemG) und den dazugehörigen Verordnungen. Insbesondere

  • Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
  • EU-Chemikalienverordnung für Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung (CLP)
  • EU-Chemikalienverordnung für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH)

Auf internationaler Basis existiert ein Strategischer Ansatz für internationales Management von Chemikalien (SAICM). Dabei handelt es sich um ein Abkommen, in das jeder Staat freiwillig eintreten kann. Weitere internationale Abkommen, an denen die Bundesrepublik teilnimmt, sind die Vermeidung von langanhaltend in der Umwelt verbleibenden organischen Schadstoffgruppen (Stockholmer Konvention), die Vermeidung von ozonschädigenden Stoffen (Montrealer Protokoll) die Vermeidung von Quecksilber sowie Quecksilberemissionen (Minamata Konvention) sowie über die Aus- und Einfuhr gefährlicher Chemikalien (Rotterdamer Konvention) und über grenzüberschreitende Verbringung gefährlicher Abfälle und ihre Entsorgung (Basler Konvention).

Freisetzung von Stoffen in die Umwelt

Grundlage für Umweltstandards, die die Freisetzung von Stoffen in die Umwelt betreffen ist das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG). Dieses Gesetz richtet sich auf die Vermeidung von Umweltverschmutzungen. Es enthält anlagen-, produkt-, verkehrs- und gebietsbezogene Vorschriften. Für die nachhaltige Chemietechnik ist besonders der anlagenbezogene Immissionsschutz von Bedeutung, der die Errichtung und den Betrieb von Anlagen regelt. Dazu gehören Genehmigungsverfahren, Anforderungen an die Chemietechnik und Überwachungsmaßnahmen. Konkrete Regelungen sind in den Verordnungen zum BImSchG enthalten. Beispielsweise sind Grenzwerte für die Emissionen bestimmter Schadstoffe vorgegeben.

Symbolbild, "Erde" wird von Hand zu Hand weitergegeben
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Optimierungsbedarf bei Umweltstandards in der Chemie

Die Umweltgesetze regeln die Mindestanforderungen an den Umweltschutz. Sie haben bewirkt, dass die Gewässer, der Boden und die Luft in den letzten Jahrzehnten sauberer geworden sind und sich die Arbeitsbedingungen ständig verbessert haben. Das trifft jedoch auf die Länder, in denen die meisten Rohstoffe gewonnen werden nicht zu. Dort gelten kaum Umweltgesetze oder -standards. Es gibt zwar Versuche, die Standards weltweit zu harmonisieren, das hat bis jetzt jedoch nicht funktioniert. Über Gesetze hinausgehende Umweltstandards haben den Nachteil, dass ihre Einhaltung auf Freiwilligkeit basiert und wenig verbindlich ist. Deshalb verringern sich beispielsweise der Rohstoffverbrauch und die CO2-Emissionen aktuell weltweit gesehen nicht wirklich.

Um nachhaltig zu wirtschaften, müsste der Verbrauch von sämtlichen Erzeugnissen drastisch verringert werden. Langlebige Produkte, reparierbare Geräte und Chemikalien, die sparsam im Verbrauch sind, können dazu beitragen. Die Chemietechnik kann dafür sorgen, dass sich Rohstoff- und Energieeinsatz verringern, dass Anlagen hermetisch gegen die Umgebung abgeschlossen sind oder dass sich Abfallstoffe aufbereiten lassen. All das reicht jedoch nicht, die Erderwärmung aufzuhalten, die Menschenrechte weltweit zu schützen oder die Arten zu erhalten. Dazu sind weltweite Anstrengungen erforderlich, wie zum Beispiel die Bereitstellung von finanziellen Mitteln für die Vereinheitlichung der Standards und den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur in ärmeren Ländern oder die Verschärfung der Umweltgesetzte für globale Aktivitäten einheimischer Unternehmen.

Am 02. Dezember 2019 wurde die Chemische Werke Kluthe GmbH als klimaneutrales Unternehmen eingestuft

Harmony in Chemistry – Kluthe

Kluthe versteht sich als forschender Innovator, der Kunden in Sachen Oberflächentechnik maßgeschneiderte, umweltfreundliche Lösungen bietet. Das Unternehmen beantworten die Fragen nach grüner Chemie mit nachhaltigen Produkten: