© ASDF – stock.adobe.com

Wie sieht modernes Chemical Management aus?

Management bedeutet – etwas salopp gesagt – den Laden am Laufen halten. Beim Chemical Management ist der „Laden“ ein Chemieunternehmen. Dieses läuft gut, wenn es alle erzeugten Produkte auf dem Markt verkaufen kann, Gewinn erwirtschaftet und weder dem Staat noch den Menschen Grund für Protest gibt. Technologie, Betriebswirtschaft, Rechtssicherheit und gesellschaftliche Akzeptanz bilden die Grundlage für den Unternehmenserfolg, den das Chemical Management sicherstellen soll. Wie es diese Aufgabe in der chemischen Industrie bewältigt, erfahren Sie hier.

Chemical Management und Technologie

Die Technologie bietet die Grundlage in der Chemieindustrie, ist jedoch nicht vom Chemical Management entkoppelt.

Was steckt hinter dem Begriff „chemische Technologie“?

Die chemische Technologie liefert die Werkzeuge, mit denen aus Rohstoffen Endprodukte werden. Sie bedient sich dabei bei praktisch allen Naturwissenschaften. Die Chemie erklärt, wie sich Stoffe umwandeln. Die Physik zeigt mit welchen Mitteln sich Stoffe transportieren, mischen und trennen lassen. Außerdem hilft sie bei der Energieversorgung. Damit die chemische Reaktion zu den gewünschten Ergebnissen führt, müssen Druck und Temperatur stimmen. Dafür ist die Wärmelehre verantwortlich. Die Prozesse spielen sich in Rohrleitungen, Behältern und Apparaten ab. Hier sind Werkstoff- und Konstruktionswissenschaften gefragt. Weil sich die moderne Chemie gerne von Mikroorganismen unterstützen lässt, leistet auch die Biologie ihren Beitrag. Schließlich bekommt die chemische Industrie eine fertige Chemieanlage.

chemische-technologie Chemical Management
© Monet – stock.adobe.com

Welche Rolle spielt dabei das Chemical Management?

Das Management steht vor der Aufgabe, die Anlage zu betreiben und dem Markt verkaufsfähige Produkte zur Verfügung zu stellen. Die Voraussetzungen dafür sind, dass die Anlage störungsfrei arbeitet und die Qualitätsanforderungen der Kunden erfüllt werden.

Für den störungsfreien Betrieb sorgen

  • geschultes, motiviertes Personal
  • zuverlässige Rohstoff- und Energieversorgung
  • hochwertige Sicherheitstechnik
  • leistungsstarke Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik
  • regelmäßige Instandhaltung

Läuft die Anlage störungsfrei, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Qualitätsanforderungen der Kunden erfüllt werden. Weil eine hohe Wahrscheinlichkeit immer noch weit von Sicherheit entfernt ist, muss das Management die Qualitätsparameter kontrollieren und einen Nachweis über die Einhaltung führen.

Bei Stoffen gelingt das mit einer maßgeschneiderten Analysetechnik. In der Oberflächentechnik entscheiden mechanische und chemische Produkteigenschaften über die Brauchbarkeit der Erzeugnisse.

Diese Eigenschaften werden mit standardisierten Testmethoden ermittelt. Modernes Chemical Management lässt sich bei der Arbeit durch zeitgemäße Rechentechnik unterstützen. Die chemische Industrie erfährt auf diese Weise eine zunehmende Digitalisierung und eine Steigerung von Effizienz, Prozesssicherheit und Qualitätsniveau.

qualitaetspolitik Chemical Management

Chemical Management und Betriebswirtschaft

Die Betriebswirtschaft kümmert sich um Kosten und Erlöse in einem Unternehmen. Von der Arbeit des Managements hängt es ab, ob am Ende des Geschäftsjahres die Erlöse höher als die Kosten sind. Nur in diesem Fall kann das Unternehmen dauerhaft bestehen. Wo finden sich in der chemischen Industrie Ansatzpunkte für die Kostensenkung und die Erlössteigerung?

Kostensenkung in der chemischen Industrie

Steht die Forderung einer Kostensenkung in Raum, gucken oft alle Anwesenden gleichzeitig in Richtung Einkauf. Der hat allerdings nur wenig Spielraum. Er muss bei der Beschaffung auf Qualität achten. Mangelhafte Produkte verursachen meistens beträchtliche Folgekosten. Und Qualität hat ihren Preis. Mehr Spielraum für die Reduzierung der Kosten ist beim Verbrauch von Material, Betriebsstoffen und Energie und bei der Abfallerzeugung gegeben. Will das Chemical Management aber etwas ändern, was „schon immer so gemacht wurde“, trifft es unter Umständen auf erbitterten Widerstand.

Es sollte trotzdem Mittel und Wege finden, die

  • Ausschuss verhindern
  • Energieverluste reduzieren
  • verbrauchsintensive Verfahren durch sparsamere ersetzen
  • Abfallaufkommen verringern
  • Wasser wiederverwendbar machen

In der Oberflächentechnik bietet sich zur Verringerung der Kosten an, Ausschau nach Chemie zu halten, die bei niedrigen Temperaturen und geringer Dosierung wirkt.

Kostensenkung in der chemischen Industrie Chemical Management
© Unique Vision – stock.adobe.com

Erlössteigerung in der chemischen Industrie

Das beste Mittel zur Steigerung der Erlöse ist es, mehr Produkte zu verkaufen. Dafür müssen die Erzeugnisse auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt und qualitativ hochwertig sein. Ganz wichtig ist, dass die Kunden auch davon unterrichtet werden.

Neben der Optimierung des Vertriebes kann das Chemical Management höhere Erlöse bewirken, indem es

  • optimale Prozessparameter für eine höhere Produktausbeute ermittelt und einstellt
  • zur Verhinderung von Anlagenstillständen störanfällige Technik durch neue Ausrüstungen ersetzt
  • die Produktion auf zeitsparende Technologien umstellt
Für die Oberflächentechnik hält die moderne Chemie Produkte bereit, mit denen sich Bearbeitungszeiten verkürzen und Prozessschritte einsparen lassen.

Chemical Management und Rechtssicherheit

Richtig eng kann es für ein Unternehmen werden, wenn es sich Ärger mit dem Staat einhandelt. Das Chemical Management muss deshalb dafür sorgen, dass im Unternehmen stets die aktuellen Gesetze bekannt sind und befolgt werden.

Das betrifft in der chemischen Industrie vor allem

  • das Umweltschutzrecht
  • das Chemikalienrecht
  • das Abfallrecht
  • Gesetze zur Arbeitssicherheit
  • Gesetze zur Anlagensicherheit

Auf der sicheren Seite ist ein Unternehmen, wenn es sich darüber hinaus am Stand der Technik und den aktuell gültigen technischen Standards und Normen orientiert.

zertifizierungen

Chemical Management und gesellschaftliche Akzeptanz

Chemische Erzeugnisse sind allgegenwärtig

Ohne chemische Industrie kann die Volkswirtschaft nicht bestehen. Auch die Klimaziele lassen sich nur durch Mitwirkung der Chemieindustrie erreichen. Deshalb ist es sonderbar, wenn Produktwerbung funktioniert, die etwas „garantiert ohne Chemie“ anbietet. Wurden die natürlichen Rohstoffe in Handarbeit und mit reinem Stallmist erzeugt oder auf einer Wiese gepflückt? Hat nicht vielleicht die Oberflächentechnik dafür gesorgt, dass die Produktionsanlagen funktionieren? Woher kommt die Verpackung? Ist da etwas aufgedruckt? Gelangt das Produkt durch einen reitenden Boten zum Kunden?

Nachhaltige Chemie ist auf dem Vormarsch

Das Chemical Management kann dazu beitragen, dass sich die Akzeptanz der chemischen Industrie in der Gesellschaft verbessert. Gute Voraussetzungen hat es dabei, wenn das Unternehmen tatsächlich nachhaltige Chemie betreibt. Dann brauchen die Manager nur allgemeinverständlich beschreiben, was in der Anlage vorgeht. Außerdem hat es das Management in der Hand, die betrieblichen Prozesse nachhaltig zu gestalten.

profitieren-sie-von-unserer-nachhaltigkeit

Ressourcenschonung durch langlebige Produkte

Um die Klimaziele zu erreichen, werden langlebige Produkte gebraucht. Das senkt den Verbrauch an Ressourcen und den Ausstoß von Treibhausgasen wirklich. Die Oberflächentechnik leistet zum Beispiel durch den Korrosions- und Verschleißschutz oder die Kunststofflackierung einen entscheidenden Beitrag zur Verlängerung der Lebensdauer von Produkten.

kunststofflackierung-modernes-chemical-management