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CO2-neutrale Prozesse in der Oberflächentechnik

Klimaneutrale Prozesse laufen ab, ohne die Lufthülle unserer Erde mit Treibhausgasen zu belasten. Das kann im Prinzip auf zwei Wegen stattfinden. Eine Möglichkeit ist, die Prozesse so zu gestalten, dass keine Treibhausgase freigesetzt werden. Die andere Möglichkeit besteht darin, Projekte zur Kompensation der freigesetzten Gase finanziell zu unterstützen.

Umweltfreundlich agieren als klimaneutrales Unternehmen

Wer Verantwortung für die Umwelt übernehmen will, kommt am Thema Klimaschutz nicht vorbei. Die Anreicherung der Atmosphäre mit Treibhausgasen führt zu einer immer schnelleren Erwärmung der Erde. Die Folgen deuten sich heute schon an: Hitzeperioden, Dürre, heftige Unwetter.

KLIMANEUTRALES UNTERNEHMEN 2019

Unternehmen sind langfristig nur dann erfolgreich auf dem Markt, wenn sie aktiv an der Bewältigung der Aufgaben zur Nachhaltigkeit arbeiten und sich dem Kampf um den Klimaschutz stellen. Für die nachhaltige Entwicklung klimaneutraler Prozesse sprechen zwei Gründe: die Erhaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Akzeptanz der Kunden.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen sichern

Die Folgen der Erderwärmung auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind absehbar. Das Wasser – Lebengrundlage und wichtiger Rohstoff – verdunstet zunehmend und kurbelt den Treibhauseffekt immer stärker an. Gerade die Chemie ist auf eine ausreichende Wasserversorgung angewiesen. Wird es knapp, leiden die Menschen Durst und der macht „böse“. Außerdem ist mit Schäden an den baulichen Einrichtungen der Betriebe und an der Infrastruktur zu rechnen, die durch immer heftigere Unwetter verursacht werden.

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Akzeptanz der Kunden erzeugen

Das Problem des Klimawandels verinnerlichen immer mehr Menschen. Viele Kunden aus der Industrie und gleichermaßen Endverbraucher fragen deswegen nach, wie die Dinge, die sie benötigen, produziert wurden. Sie entscheiden sich vorwiegend für verantwortungsbewusste Lieferanten. Um die Anstrengungen für den Klimaschutz nach außen hin zeigen zu können, hat sich das Label „klimaneutrales Unternehmen“ etabliert. Dieses Label wird von unabhängigen Instanzen vergeben, nachdem sie überprüft haben, wie viel Treibhausgas ein Unternehmen erzeugt und wie es die Emission ausgleicht.

Prozessoptimierung zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen

Wer klimaneutrale Prozesse gestalten will, muss vorrangig die Emissionen verringern. Erst, wenn auf diesem Gebiet alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, stellt die Kompensation von erzeugten Treibhausgasen eine akzeptable Lösung dar.

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CO2-Bilanz

Um klimaneutral zu arbeiten, muss sich ein Unternehmen zunächst einen Überblick über den tatsächlichen Ausstoß von Treibhausgasen im Zusammenhang mit seiner Produktion verschaffen. Die Grundlage dafür ist der sogenannte CO2-Fußabdruck. Dieser Begriff steht für eine CO2-Bilanz, die den gesamten Lebensweg der Produkte umfasst.

Berücksichtigt werden:

  • die Gewinnung und Herstellung der Rohstoffe,
  • die Produktion der Waren,
  • die Nutzung der Erzeugnisse,
  • die Entsorgung verbrauchter Produkte sowie
  • die Transporte zwischen den jeweiligen Erzeugern und Nutzern.

CO2 ist zwar der Hauptverursacher der Klimaerwärmung, jedoch nicht der alleinige. Auch andere Gase wie Ozon, Methan oder Lachgas, die als Abfallprodukte in der Chemie frei werden können, müssen in die Bilanz eingehen. Sie werden auf die vergleichbare Menge von CO2 umgerechnet und tauchen als CO2 Äquivalente in den Berechnungen auf.

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Green Chemistry für klimaneutrale Prozesse

Klimaneutrale Prozesse in der Chemie sind Bestandteil der Green Chemistry, die als Oberbegriff für eine umweltfreundlich gestaltete Produktionsweise gilt. In den dort formulierten 12 Prinzipen wird zwar nicht ausdrücklich auf Klimaneutralität eingegangen, die meisten Grundsätze wirken sich aber auch auf die Verringerung von Treibhausgas-Emissionen aus. Allen voran stehen die Energieeffizienz, die Nutzung nachhaltiger Energiequellen und die Verwendung nachwachsender Rohstoffe. Für die Nachhaltigkeit der Oberflächentechnik bedeutet das konkret, Verfahren zu entwickeln, die auf einem niedrigen Energieniveau ablaufen, lange Standzeiten der Bäder und Betriebsstoffe zu ermöglichen, Reinigungs- und Hilfsmittel aus nachwachsenden Rohstoffen zu nutzen und die Aufbereitung und Wiederverwendung verbrauchter Chemikalien.

Kluthe verwirklicht diese Grundsätze in der eigenen Produktion. Daraus resultieren die nachhaltige Produktentwicklung, die umweltfreundliche Chemie und die Klimaneutralität. Auf dieser Grundlage stellt das Unternehmen seinen Kunden Produkte zur Verfügung, die es ihnen ermöglichen, ebenfalls klimaneutral und umweltfreundlich zu arbeiten. Die Rücknahme und das Recycling verbrauchter Stoffe gehört bei Kluthe ohnehin seit vielen Jahren zum Standard.

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Grüne Logistik mit großem Einsparpotential

Großes Potential, durch Prozessoptimierung Klimaneutralität zu erreichen, steckt im Transport der Güter. Ein großer Anteil des CO2-Aufkommens in der Atmosphäre ist auf den Betrieb von Verbrennungsmotoren zurückzuführen. Die grüne Logistik ist der Schlüssel, dieses Potential zu nutzen. Kluthe gewährleistet das durch den Einsatz einer firmeneigenen Spedition. So behält das Unternehmen die Kontrolle über die Transportwege sowie über die Ausnutzung der Ladekapazität und kann konsequent Leerfahrten vermeiden. Die Fahrzeuge nehmen auf der Rückfahrt vom Kunden gebrauchte Gebinde zur Wiederverwertung mit. Die unvermeidbaren Emissionen, die auch die grüne Logistik hervorbringt, gleicht das Unternehmen durch Kompensation aus.

Kompensation der Treibhausgas-Emissionen

Pflanzen ernähren sich von CO2. Mit Hilfe von Sonnenlicht und Wasser erzeugen sie daraus Zucker. Als Nebenprodukt setzen sie Sauerstoff frei, den alle Tiere zum Atmen brauchen. Die sinnvollste Art, CO2 aus der Lufthülle zu entfernen, ist der Anbau von Wäldern. Während der langen Lebensdauer speichern Bäume große Mengen des Treibhausgases. Werden das Holz als Baustoff oder Material für Möbel oder dergleichen genutzt und die Wälder wieder aufgeforstet, bleibt das CO2 im Holz gebunden und die nachwachsenden Bäume befreien die Luft weiter.

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Größter Sauerstofflieferant und CO2-Speicher sind die Regenwälder. Die Tatsache, dass dort aus der Not heraus oder aus Profitgier weiträumige Gebiete zerstört werden, wird sich bitter an uns allen rächen. Wer klimaneutrale Prozesse einrichten will, gleicht unvermeidbare Emissionen von Treibhausgasen am besten durch den Einsatz für den Schutz der Regenwälder aus. Wichtig ist es dabei, im Vorfeld zu prüfen, ob die bereitgestellten finanziellen Mittel auch möglichst vollständig in die Projekte fließen und nicht in Verwaltungsstrukturen versickern.

Eine weitere gute Methode, den Ausstoß von CO2 zu kompensieren, besteht in der Finanzierung von Vorhaben, bei denen Wasserkraft, Sonnenlicht oder Wind zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Je mehr Energie auf diese Weise bereitgestellt wird, umso weniger muss durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe erzeugt werden. Folglich entsteht weniger CO2.

Kluthe ist ein klimaneutrales Unternehmen und unterstützt zum Ausgleich der freigesetzten Treibhausgase zum Beispiel das Wasserkraftprojekt Karcham-Wangtoo in Indien.