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Fachgerechte Entsorgung von Kühlschmierstoff

Die Entsorgung von Kühlschmierstoff ist ein zentrales Thema in der Metallbearbeitung. Wer hier nachlässig handelt, gefährdet die Umwelt und riskiert hohe Bußgelder. Fachgerechte KSS-Entsorgung schafft Sicherheit auf allen Seiten.

Kühlschmierstoffe (KSS) sind in der Metallbearbeitung unverzichtbar

Sie schmieren, kühlen, transportieren Späne ab und erhöhen damit sowohl die Effizienz als auch die Qualität der Bearbeitungsprozesse. Jedoch werden KSS bei der Nutzung nicht vollständig verbraucht. Mit der Zeit müssen sie ersetzt und der fachgerechten Kühlschmierstoff-Entsorgung zugeführt werden. Hierfür gelten in Deutschland klare Vorschriften.

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Herausforderungen bei der Kühlschmierstoff-Entsorgung

Gebrauchte Kühlschmierstoffe werden als gefährliche Abfälle eingestuft. Besonders problematisch sind Emulsionen, die aus Wasser, Öl und verschiedenen Additiven bestehen und sich nur schwer trennen lassen. Bei unsachgemäßer Kühlschmierstoff-Entsorgung können Schadstoffe aus diesen KSS ganze Ökosysteme dauerhaft schädigen.

Entsorgungsnachweise sind verpflichtend

Unternehmen sind verpflichtet, die KSS-Entsorgung durch einen zertifizierten Fachbetrieb durchführen zu lassen und einen Entsorgungsnachweis zu erbringen. Verstöße können teuer werden und sogar strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Hinzu kommen gesundheitliche Gefahren, da gebrauchte Kühlschmierstoffe häufig Bakterien oder Pilze enthalten, die Hautreizungen und Atemwegsbelastungen verursachen können.

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Kühlschmierstoff-Entsorgung ist teuer

Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist die Kühlschmierstoff-Entsorgung anspruchsvoll. Die fachgerechte Sammlung und Lagerung sowie der Transport sind kostenintensiv, insbesondere bei KSS mit kurzen Standzeiten, die häufige Wechsel erfordern. Betriebe benötigen getrennte Lagerbehälter, ausreichend Platz und eine funktionierende Logistik, um Altemulsion bis zur Abholung durch den Entsorgungsfachbetrieb sicher zwischenzulagern.

Die Kombination aus gefährlichen Inhaltsstoffen, strengen gesetzlichen Auflagen, hohem organisatorischem Aufwand und steigenden Kosten macht die Abfallentsorgung in der Metallbearbeitung, insbesondere die KSS-Entsorgung, zu einer besonderen Herausforderung. Sie erfordert eine klare Strategie und eine disziplinierte Umsetzung im Betriebsalltag.

Rechtliche Grundlagen und Umweltauflagen der Kühlschmierstoff-Entsorgung

Unternehmen, die gebrauchte Kühlschmierstoffe entsorgen wollen, müssen hierzulande strenge rechtliche Vorgaben beachten. Die folgenden Regelwerke stellen die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen für die Kühlschmierstoff-Entsorgung dar. Je nach Einsatzgebiet können zusätzliche Vorschriften und Detailregelungen relevant sein.

  • Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG): regelt die Verantwortung der Abfallerzeuger und schreibt eine ordnungsgemäße, schadlose Entsorgung vor
  • Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV): Kühlschmierstoffe werden meist den gefährlichen Abfallschlüsseln 12 01 06* bis 12 01 10* zugeordnet
  • Dokumentations- und Nachweispflicht: Unternehmen müssen die Entsorgung lückenlos dokumentieren und einen Entsorgungsnachweis über die Übergabe an den Entsorgungsfachbetrieb erbringen
  • DGUV-Regel 109-003: schreibt im Arbeitsschutz die getrennte Sammlung von wassermischbaren und nichtwassermischbaren Kühlschmierstoffen sowie deren sichere Handhabung vor, um Beschäftigte vor Hautkontakt, Aerosolen und weiteren Gefährdungen zu schützen
  • Wasserhaushaltsgesetz (WHG): verbietet, dass in Gewässer oder ins Abwasser Kühlschmierstoff unbehandelt eingeleitet wird, und verlangt eine fachgerechte Lagerung und Entsorgung

Kreislaufwirtschafts-und-Abfallgesetz-KrW-_AbfG Symbolbild

Hersteller entwickeln zunehmend biologisch abbaubare Kühlschmierstoffe, die weniger problematische Additive enthalten und die Umweltauflagen leichter erfüllen. Dennoch gilt Altemulsion rechtlich als gefährlicher Sonderabfall. KSS bedürfen somit immer einer fachgerechten Entsorgung einschließlich Entsorgungsnachweis, zumal sie im Betrieb oftmals kritische Substanzen aufnehmen.

Sonderabfall KSS: Typische Belastungen und Risiken für Umwelt

Altemulsion enthält eine Vielzahl heikler Inhaltsstoffe. Während des Einsatzes nimmt Kühlschmierstoff Metallabrieb, Salze, Ölbestandteile und Biozide auf, die eine große Umweltbelastung darstellen. Viele KSS werden in eine hohe Wassergefährdungsklasse eingestuft. Das bedeutet, dass bereits geringe Mengen genügen, um die ökologische Balance von Böden und Gewässern aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Wassergefährdungsklasse

Die rechtliche Einordnung in eine bestimmte Wassergefährdungsklasse wirkt sich direkt auf die Anforderungen an die Lagerung, den Transport und die Kühlschmierstoff-Entsorgung aus. Grundlage hierfür ist unter anderem die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV), wobei sich die Einstufung in der Praxis aus den Herstellerangaben und dem Sicherheitsdatenblatt ergibt. Je höher die Einstufung, desto strenger sind die Auflagen für Betriebe, die verbrauchte Emulsion entsorgen wollen. Im Abwasser hat Kühlschmierstoff grundsätzlich nichts zu suchen.

Wassergefährungsklassen

Ölabscheider nach DIN 1999-100 und DIN EN 858-1/-2

Ölabscheider in der Industrie müssen nach DIN 1999-100 sowie DIN EN 858-1 und DIN EN 858-2 geplant, gebaut und betrieben werden. Aufgrund der hohen Wassergefährdungsklasse von Kühlschmierstoffen unterliegen sie strengen Kontrollen, Wartungen und Inspektionen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass kein mit Kühlschmierstoff belastetes Abwasser anfällt, sondern ausschließlich vorgereinigtes Wasser kontrolliert in die Kanalisation oder Kläranlage eingeleitet wird.

Die Investition in einen eigenen Ölabscheider lohnt sich vor allem für Betriebe, in denen regelmäßig größere Mengen ölhaltiger Emulsionen anfallen. Zum einen sinken die laufenden Kosten für die Kühlschmierstoff-Entsorgung, da die externen Entsorgungsbetriebe deutlich geringere Volumina übernehmen müssen. Zum anderen wird die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben durch den Betrieb eines eigenen Ölabscheiders besser nachweisbar. Hieraus können sich Vorteile bei Audits und Umweltzertifizierungen ergeben.

Verfahren zur Aufbereitung und Entsorgung von Kühlschmierstoffen

Neben der Vorbehandlung mittels Ölabscheider gibt es eine Reihe weiterer Verfahren zur Kühlschmierstoff-Abfallentsorgung in der Metallbearbeitung, die je nach Belastung, Zusammensetzung und betrieblichen Anforderungen eingesetzt werden. Ein zentrales Prinzip ist die Trennung der Phasen, bei der Öl, Wasser und Feststoffe voneinander separiert werden. Hierfür kommen mechanische Verfahren wie Zentrifugation oder Membranfiltration zum Einsatz, die den Kühlschmierstoff reinigen und seine Standzeit verlängern können.

Eine immer wichtigere Rolle spielt das Recycling. Statt eine verbrauchte Emulsion zu entsorgen, wird diese aufbereitet und wiederverwendet. Dieses Vorgehen reduziert die Abfallmengen und senkt die Entsorgungskosten. Es erfordert jedoch eine sorgfältige Überwachung der Qualität, um die Prozesssicherheit zu gewährleisten. Den rechtlichen Rahmen bildet das Kreislaufwirtschaftsgesetz, das eine schadlose Verwertung von Abfällen als vorrangiges Ziel festlegt.

Kommt eine Wiederverwendung nicht infrage, werden die ölhaltigen Reststoffe in speziellen Anlagen verbrannt, wodurch Energie zurückgewonnen werden kann. Eine weitere Option sind chemische Verfahren, bei denen Sonderabfall-KSS durch Zugabe von Fällungs- oder Spaltmitteln aufgebrochen werden. Anschließend ist es möglich, die Ölphase der Emulsion zu entsorgen, während die Wasserphase nach sorgfältiger Reinigung in die Kanalisation eingeleitet wird. Hier ist ebenfalls das Kreislaufwirtschaftsgesetz relevant, da es eine ordnungsgemäße, umweltverträgliche Behandlung gefährlicher Abfälle verbindlich vorschreibt.

Ölabscheider, Schematische Darstellung

Nachhaltige Alternativen und Zukunftsperspektiven für die Kühlschmierstoff-Entsorgung

Die Kühlschmierstoff-Entsorgung steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen technischer Notwendigkeit und ökologischer Verantwortung. Klassische Emulsionen auf Mineralölbasis sind leistungsfähig, bedeuten jedoch erhebliche Belastungen für die Umwelt. Daher rücken nachhaltige Alternativen immer stärker in den Fokus. Ein zukunftsorientierter Ansatz sind biologisch abbaubare Kühlschmierstoffe, die weniger problematische Bestandteile enthalten und dadurch die Abfallentsorgung in der Metallbearbeitung erleichtern.

Neben der Produktentwicklung ist auch die Optimierung von Recyclingtechnologien von großer Relevanz. Methoden wie die Ultrafiltration, Membranverfahren oder Koaleszenzabscheidung ermöglichen es, verbrauchte Emulsionen aufzubereiten und erneut einzusetzen. Dadurch verlängern sich die Standzeiten, und die Abfallmengen sinken deutlich.

Ebenfalls zukunftsweisend ist die Minimalmengenschmierung (MMS), bei der nur kleinste Mengen an Schmiermittel direkt in den Bearbeitungsbereich gebracht werden. Das senkt die Kosten für die Kühlschmierstoff-Entsorgung und verbessert zugleich die Energieeffizienz und die Arbeitssicherheit.

Chemische Werke Kluthe GmbH Recycling

Über Chemische Werke Kluthe GmbH

Als Spezialist für Oberflächenbehandlung entwickeln und produzieren die Chemischen Werke Kluthe GmbH chemische Produkte sowie innovative Prozesslösungen für die Bereiche Forming & Protection, Metalworking & Cleaning, Pretreatment und Paint Shop. In diesen Geschäftsbereichen finden wir unsere Schwerpunkte und können so unseren Kunden als Spezialisten und Generalisten eine optimale Beratung gewährleisten.