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	<title>Surface Treatment - Kluthe Magazin</title>
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		<title>Oberflächenrauheit &#8211; Messung, Kennwerte und Bedeutung in der Oberflächentechnik</title>
		<link>https://kluthe.com/magazin/oberflaechenrauheit-messung-kennwerte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chemische Werke Kluthe GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 11:14:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forming & Protection]]></category>
		<category><![CDATA[Surface Treatment]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Oberflächenrauheit sagt aus, wie glatt oder uneben eine Fläche ist und wie groß die Unterschiede zwischen ihren höchsten und tiefsten Punkten sind. Diese feinen Ungleichmäßigkeiten beeinflussen nicht nur die Optik, sondern wirken sich auch auf die Reibung, die Verschleißresistenz oder die Haftung einer Lackierung aus. Um sicherzustellen, dass Beschichtungen, Dichtungen oder Gleitpartner in Verbindung &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Die Oberflächenrauheit sagt aus, wie glatt oder uneben eine Fläche ist und wie groß die Unterschiede zwischen ihren höchsten und tiefsten Punkten sind. Diese feinen Ungleichmäßigkeiten beeinflussen nicht nur die Optik, sondern wirken sich auch auf die Reibung, die Verschleißresistenz oder die Haftung einer Lackierung aus. Um sicherzustellen, dass Beschichtungen, Dichtungen oder Gleitpartner in Verbindung mit einer Oberfläche zuverlässig funktionieren, wird deren Rauheit im Rahmen der Qualitätssicherung gezielt geprüft.</p>
<h2>Methoden der Rauheitsmessung</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Rauheitsmessung ermöglicht es, ein Substrat hinsichtlich Oberflächenbeschaffenheit, Funktion und Verschleißverhalten zu beurteilen. Die Messung der Oberflächenrauheit ist weitgehend nach internationalen Normen wie der DIN EN ISO 4287 standardisiert. Die Messverfahren lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-11009 size-full" style="text-align: justify;" title="Taktile Rauheitsmessung mit einem Profilometer im Messlabor " src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-1.jpg" alt="Profilometer misst die Oberflächenrauheit eines Metallwerkstücks in einem Qualitätslabor, Messwerte auf Display sichtbar" width="800" height="418" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-1.jpg 800w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-1-300x157.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-1-768x401.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h3>Subjektive Rauheitsmessung</h3>
<p style="text-align: justify;">Subjektive Methoden nutzen die Sinneswahrnehmung oder Vergleichsmuster zum Einschätzen der Rauheit einer Funktionsfläche. Typische Verfahren sind:</p>
<ul>
<li>Finger- oder Fingernageltest: Menschen sind in der Lage, erstaunlich kleine Unterschiede auf einem Substrat zu fühlen. Die Methode ist jedoch nicht reproduzierbar.</li>
<li>Visuelle Beurteilung: Durch &#8222;Gegen-das-Licht-Halten&#8220; werden Riefen, Schleifspuren und Glanzunterschiede erkennbar.</li>
<li>Vergleichsplatten (Rauheitsnormal): Genormte Musterplatten mit definierten Rauheitswerten werden neben das Substrat gehalten. Dieses Verfahren ist halbsubjektiv, weil die Referenz objektiv ist, die Wahrnehmung jedoch nicht.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Diese Verfahren sind sehr schnell und überall einsetzbar, da sie keine Geräte erfordern. Allerdings sind sie nicht normgerecht und stark von den Lichtverhältnissen sowie der Erfahrung und Tagesform des Prüfers abhängig. Zudem erlauben sie keine quantitativen Messungen, etwa zum Ra-Wert oder zum Rz-Wert.</p>
<h3>Objektive Rauheitsmessung</h3>
<p style="text-align: justify;">Bei den objektiven Verfahren zur Bestimmung der Oberflächenrauheit werden mechanisch-taktile und optische Methoden unterschieden. Bei ersteren steht das Tastschnittverfahren (Profilometer) im Vordergrund. Hierbei fährt ein Diamant-Taster über die Funktionsfläche und erfasst typische Rauheitskennwerte wie den Ra-Wert, die gemittelte Rautiefe oder für die Tribologie wichtige Größen wie die Kerntiefe (Rk), die gemittelte Rauheitskuppenhöhe (Rpk) oder die gemittelte Riefentiefe (Rvk).</p>
<p style="text-align: justify;">Zu den bedeutendsten optischen Verfahren zählen:</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-11017 size-full" style="text-align: justify;" title=" Bearbeitungsspuren auf einer Metalloberfläche nach spanender Fertigung" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-5.jpg" alt="Metalloberfläche mit sichtbaren Dreh- und Schleifspuren an einer CNC-Drehmaschine -- typisches Rauheitsmuster aus der Metallbearbeitung" width="800" height="800" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-5.jpg 800w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-5-300x300.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-5-150x150.jpg 150w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-5-768x768.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<ul>
<li>Konfokale Mikroskopie: erzeugt ein hochaufgelöstes 3D-Oberflächenprofil</li>
<li>Weißlichtinterferometrie: extrem präzise und daher ideal für sehr glatte Oberflächen (z. B. Optik, Halbleiter)</li>
<li>Laser-Scanning / Fokusvariation: gut für raue und komplexe Geometrien</li>
<li>Rasterkraftmikroskopie (englisch: atomic/scanning force microscope, kurz: AFM): kommt bei Nanostrukturen zur Anwendung, beispielsweise in der Materialforschung</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Die Vorteile der objektiven Rauheitsmessung liegen in normgerechten, reproduzierbaren Messwerten. Sie eignet sich für die Dokumentation, die Qualitätssicherung und die Forschung und ermöglicht sowohl 2D- als auch 3D-Analysen. Es gibt aber auch einige Nachteile wie hohe Kosten und die Empfindlichkeit gegenüber Schmutz und Vibrationen. Tastschnittverfahren messen zudem nur eine Linie, nicht die gesamte Funktionsfläche, während optische Verfahren bei transparenten und stark reflektierenden Oberflächen an ihre Grenzen stoßen können. Einen breiteren Überblick über Prüfmethoden bietet unser Artikel zu den</p>
<p><a href="https://kluthe.com/magazin/verfahren-der-oberflaechenanalyse/">Verfahren der Oberflächenanalyse</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele Unternehmen der Metallbearbeitung selektieren mit subjektiven Methoden vor, bevor sie das Tastschnittverfahren mit Profilometer oder optische Systeme einsetzen.</p>
<h2>Die wichtigsten Rauheitskennwerte im Überblick</h2>
<p style="text-align: justify;">Bei der Erfassung der Oberflächenrauheit kommen verschiedene Rauheitskennwerte zum Tragen, die entlang einer festgelegten Messlänge gemessen werden. Was jeweils als rau anzusehen ist, wird durch die sogenannte Grenzwellenlänge definiert.</p>
<h3>Ra-Wert (Mittenrauwert)</h3>
<p style="text-align: justify;">Beim Ra-Wert handelt es sich um den arithmetischen Mittelwert der Beträge aller Profilabweichungen entlang der Messstrecke. Der Mittenrauwert sagt nichts über die Verteilung der Rauheit über die Messlänge hinweg aus, sondern nur über das durchschnittliche Rauheitsprofil. Der Ra-Wert ist Standard auf technischen Zeichnungen und das Kürzel nach DIN EN ISO 4287 genormt. Eingesetzt wird er zum Beispiel bei Lieferantenvergleichen und zur Prozessüberwachung.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-11021 size-full" title="Schematische Darstellung der Rauheitskennwerte Ra und Rz am Oberflächenprofil" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-grafil-ra-rz.jpg" alt="Schematisches Oberflächenprofil mit Mittellinie (m), eingezeichnetem Ra-Wert als mittlere Abweichung und Rz-Wert als Abstand zwischen Profilspitze und Profiltal" width="1140" height="216" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-grafil-ra-rz.jpg 1140w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-grafil-ra-rz-300x57.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-grafil-ra-rz-1024x194.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-grafil-ra-rz-768x146.jpg 768w" sizes="(max-width: 1140px) 100vw, 1140px" /></p>
<h3>Rz-Wert (gemittelte Rautiefe)</h3>
<p style="text-align: justify;">Der Rz-Wert ist vor allem in der Automobilindustrie verbreitet. Er wird ermittelt, indem eine Messstrecke in fünf Einzelmessstrecken unterteilt, für jede die Rautiefe gemessen und aus den Ergebnissen der Durchschnittswert gebildet wird. Die Länge der Gesamtmessstrecke entspricht dabei üblicherweise dem Fünffachen der Grenzwellenlänge.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei Wiederholungsmessungen ist die gemittelte Rautiefe weniger stabil als der Ra-Wert. Relevant ist der Rz-Wert in Bereichen, wo sich Spitzen und Täler auf die Funktion auswirken, etwa bei Zylinderlaufflächen, Ventilsitzen oder Dichtflächen.</p>
<h3>Rmax (maximale Profilhöhe)</h3>
<p style="text-align: justify;">Rmax ist die größte einzelne Profilhöhe auf der gesamten Messlänge. Der Wert zeigt zum Beispiel einen tiefen Kratzer, einen Gussfehler oder eine Beschädigung. Er ist bei sicherheitskritischen Bauteilen von Belang, bei denen kein einziger Defekt akzeptabel ist.</p>
<h2>Bedeutung der Oberflächenrauheit in der Oberflächentechnik</h2>
<p style="text-align: justify;"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-11015 size-full" title="Taktile Rauheitsmessung mit einem Profilometer im Messlabor" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-4.jpg" alt="Profilometer misst die Oberflächenrauheit eines Metallwerkstücks in einem Qualitätslabor, Messwerte auf Display sichtbar" width="800" height="800" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-4.jpg 800w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-4-300x300.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-4-150x150.jpg 150w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-4-768x768.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p style="text-align: justify;">Die Rauheit von Werkstückoberflächen beeinflusst die Auswahl, die Auslegung und die Wirksamkeit einer <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/">Vorbehandlung</a> wie Strahlen, Schleifen oder den Auftrag einer Lack- oder <a href="https://kluthe.com/magazin/konversionsverfahren-im-ueberblick/">Konversionsschicht</a>. Daher gilt sie als zentraler Stellhebel der Oberflächentechnik. Praktische Konsequenzen für die Metallbearbeitung ergeben sich vor allem in diesen Bereichen:</p>
<h3>Tribologie: Reibung, Schmierung und Verschleiß</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Oberflächenrauheit ist ein entscheidender Faktor in der Tribologie. Sehr glatte Flächen verhindern die Ausbildung stabiler Schmierfilme, während rauere die Kontaktrauheit und Spitzenbelastungen verstärken. Um ein bestmögliches Rauheits- und Reibungsverhalten zu erreichen, werden je nach Anforderungen verschiedene Verfahren der Vorbehandlung (z. B. Honen, Läppen, Strahlen oder Schleifen) und spezielle Beschichtungen (z. B. DLC-Coating) eingesetzt.</p>
<h3>Korrosionsschutz</h3>
<p style="text-align: justify;">Bei rauen Oberflächen ist die Kontaktfläche zu schädigenden Einflüssen größer. Das kann den Korrosionsprozess beschleunigen. Glatte Oberflächen bieten hingegen weniger Angriffspunkte für Korrosionsmedien. Das Aufbringen einer Konversionsschicht, oft in Verbindung mit einer Lackierung, vermindert die Oberflächenrauheit und trägt damit zu einem besseren <a href="https://kluthe.com/produkte/korrosionsschutzmittel/">Korrosionsschutz</a> bei.</p>
<h3>Haftung von Beschichtungen und Klebungen</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Oberflächenrauheit steuert die Benetzbarkeit und die mechanische Verzahnung. Ein gewisser Rauheitsgrad verbessert die <a href="https://kluthe.com/magazin/lack-haftfestigkeit/">Haftfestigkeit</a>. Um das Oberflächenprofil für Oberflächenbehandlungen wie Lackierung, Klebung oder den Auftrag einer Konversionsschicht zu optimieren, wird in aller Regel eine Vorbehandlung (z. B. Strahlen, Schleifen, chemische Aktivierung) durchgeführt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-11011 size-full" style="text-align: justify;" title="Mikrostruktur einer Oberfläche auf Nanometerskala" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-2.jpg" alt="Farbige Darstellung einer Oberflächenstruktur auf Mikro- bis Nanometerskala -- Rauheit bestimmt Glanz und funktionale Eigenschaften" width="800" height="584" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-2.jpg 800w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-2-300x219.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-2-768x561.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h3>Dichtheit und Abdichtung</h3>
<p style="text-align: justify;">Dichtflächen benötigen eine definierte Oberflächenbeschaffenheit, damit Dichtmaterialien die Poren optimal verschließen. Eine zu hohe Oberflächenrauheit führt zu Leckagen, eine zu geringe beeinträchtigt die Dichtungsfunktion. Zeichnungsspezifikationen für Dichtflächen enthalten oft einen expliziten Ra-/Rz-Wert und Hinweise auf eine gegebenenfalls erforderliche Nachbearbeitung.</p>
<h3>Optische und funktionale Oberflächen</h3>
<p style="text-align: justify;">Rauheit auf Mikro- bis Nanometerskala bestimmt Glanz, Streuung und taktile Wahrnehmung. <a href="https://kluthe.com/magazin/funktionale-oberflaechen/">Funktionale Effekte</a> wie Hydrophobie und Anti-Fingerprint-Eigenschaften werden ebenfalls über Mikro- und Nanostrukturen erzeugt. Oft werden in der Oberflächentechnik Kombinationen aus Präzisionsbearbeitung und Beschichtung genutzt, um die gewünschten optischen und/oder funktionalen Spezifika zu erzielen.</p>
<h3>Folgeprozesse der additiven Fertigung</h3>
<p style="text-align: justify;">Additiv gefertigte Bauteile weisen oft charakteristische Rauheitsmuster auf, die sich auf Nachbearbeitungsschritte und die Eignung bestimmter Verfahren der Oberflächentechnik auswirken. Prozessketten in der Metallbearbeitung werden daher so geplant, dass die Oberflächenrauheit auf ein für Beschichtung und Funktion geeignetes Niveau gebracht wird. Dabei wird die Grenzwellenlänge gezielt eingesetzt, um prozessbedingte Strukturen im Oberflächenprofil zu identifizieren.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-11019 size-full" style="text-align: justify;" title="Einfluss der Oberflächenbeschichtung auf die Korrosionsbeständigkeit von Stahl" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-6-e1773839215893.jpg" alt="Vergleich einer beschichteten korrosionsfreien Stahloberfläche (links) und einer unbeschichteten Stahloberfläche mit beginnender Rostbildung (rechts)" width="800" height="713" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-6-e1773839215893.jpg 800w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-6-e1773839215893-300x267.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/03/Rauheitsmessung-im-Detail-KI-erstellt-6-e1773839215893-768x684.jpg 768w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h2>Oberflächenrauheit als Schlüsselfaktor für Funktion und Qualität technischer Bauteile</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Oberflächenrauheit wirkt sich maßgeblich auf die Funktion und Haltbarkeit sowie das Reibungs- und Korrosionsverhalten von Substraten aus. Als Kenngröße der Oberflächenbeschaffenheit ist sie ein entscheidender Faktor zur Qualitätssicherung in der Fertigungstechnik. Eine präzise Festlegung und Messung von Rauheitskennwerten wie Mittenrauwert oder Rautiefe gemäß ISO-Normen wie DIN EN ISO 4287 ist unerlässlich, um Funktionalität und Zuverlässigkeit eines Bauteils sicherzustellen. Welche <a href="https://kluthe.com/magazin/oberflaechentechnik-prozessparameter/">Prozessparameter</a> dabei neben der Rauheit eine Rolle spielen, hängt vom jeweiligen Verfahren und den Anforderungen an das Endprodukt ab.</p>
<p>____________________________________________________________</p>
<p>Alle Bilder wurden mit KI erstellt und dienen lediglich der Verdeutlichung des Textes.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Gitterschnittprüfung: Lackhaftung zuverlässig prüfen und bewerten</title>
		<link>https://kluthe.com/magazin/gitterschnittpruefung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chemische Werke Kluthe GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2026 06:12:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Surface Treatment]]></category>
		<category><![CDATA[Sustainability]]></category>
		<category><![CDATA[Gitterschnitt]]></category>
		<category><![CDATA[Gitterschnittprüfung]]></category>
		<category><![CDATA[Lackhaftung]]></category>
		<category><![CDATA[Lackhaftung prüfen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kluthe.com/magazin/?p=10944</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Qualität der Beschichtung trägt maßgeblich zur Lebensdauer eines Bauteils bei. Um einschätzen zu können, wie verlässlich ein Lackauftrag haftet, kommen standardisierte Prüfverfahren zur Anwendung. Zu den bekanntesten zählt die Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409, die zeigt, ob eine Lackschicht auch unter Belastung stabil bleibt. Grundlagen der Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409 Die &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Die Qualität der Beschichtung trägt maßgeblich zur Lebensdauer eines Bauteils bei. Um einschätzen zu können, wie verlässlich ein Lackauftrag haftet, kommen standardisierte Prüfverfahren zur Anwendung. Zu den bekanntesten zählt die Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409, die zeigt, ob eine Lackschicht auch unter Belastung stabil bleibt.</strong></p>
<h2>Grundlagen der Gitterschnittprüfung nach DIN EN ISO 2409</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Gitterschnittprüfung ist eine einfache Methode zur Einschätzung der Haftfestigkeit ein- und mehrlagiger Beschichtungen. Sie ist ein Standardverfahren zur Qualitätssicherung bei der Pulverbeschichtung und beim Nasslack. Die Prüfung lässt sich unkompliziert und schnell durchführen und erfordert kaum apparativen Aufwand. Die Investitionskosten sind niedrig und der Einsatzbereich breit.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Geeignet ist der Gitterschnitt für Schichtdicken bis etwa 250 µm sowie für strukturierte Oberflächen mit höheren Schichtstärken.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Da es sich um ein zerstörerisches Prüfverfahren handelt, wird er nur in definierten Bereichen des Bauteils oder auf Musterteilen durchgeführt. Kenntnisse über die Metallbearbeitung und den Lackierprozess erleichtern die Auswahl des Prüfbereichs.</p>
<h3>Bewertungsstufen beim Gitterschnitt</h3>
<p style="text-align: justify;">Die DIN EN ISO 2409 nennt mehrere Kennwerte, die von Gt 0 bis Gt 5 reichen. Diese lassen sich wie folgt einordnen:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Gt 0: glatte Schnittkanten, keine Ablösungen (sehr gute Lackhaftung)</li>
<li>Gt 1: minimale Ablösungen an den Schnittpunkten des Gitters (abgelöste Fläche maximal 5 Prozent des Prüfbereichs)</li>
<li>Gt 2: Ablösungen an Schnittpunkten und/oder entlang der Schnittkanten (abgelöste Fläche zwischen 5 und 15 Prozent des Prüfbereichs)</li>
<li>Gt 3: teilweise oder vollständige Ablösung der Schnittkanten (abgelöste Fläche zwischen 15 und 35 Prozent des Prüfbereichs)</li>
<li>Gt 4: breitflächige Ablösungen entlang der Schnittkanten oder teilweise bis vollständige Ablösung der Quadrate (abgelöste Fläche zwischen 35 und 65 Prozent des Prüfbereichs)</li>
<li>Gt 5: jegliche Ablösung über 65 Prozent der Prüffläche (sehr schlechte Lackhaftung)</li>
</ul>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Gitterschnittprüfung liefert lediglich eine visuelle Beurteilung, aber keinen Messwert im physikalischen Sinne. Genau genommen zeigt sie, wie sich eine Lackierung bei Verletzung und Scherbeanspruchung verhält.</p>
</blockquote>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-10959" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/gitterschnittpruefung-kennwerte-iso-2409-1.png" alt="Gitterschnittprüfung Kennwerte DIN EN ISO 2409" width="1200" height="799" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/gitterschnittpruefung-kennwerte-iso-2409-1.png 1200w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/gitterschnittpruefung-kennwerte-iso-2409-1-300x200.png 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/gitterschnittpruefung-kennwerte-iso-2409-1-1024x682.png 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/gitterschnittpruefung-kennwerte-iso-2409-1-768x511.png 768w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></p>
<h2>Ablauf der Gitterschnittprüfung</h2>
<p style="text-align: justify;">In die zu prüfende Beschichtung wird mit einem speziellen Schneidwerkzeug ein Schnittgitter eingeritzt. Dieses umfasst sechs parallele Schnitte sowie sechs weitere Schnitte im rechten Winkel zu diesen, sodass ein gleichmäßiges Quadratmuster entsteht. Alle Schnitte müssen bis auf den Metalluntergrund gehen und diesen leicht an- oder einritzen, ohne ihn übermäßig zu verletzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die einzelnen Schnitte liegen einen bis drei Millimeter auseinander, abhängig von der Schichtdicke und der Härte sowie Art des Untergrunds. Für Metalluntergründe gilt:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Schichtdicken bis 60 µm: 1 mm Rasterabstand</li>
<li>Schichtdicken von 61 bis 120 µm: 2 mm Rasterabstand</li>
<li>Schichtdicken von 121 bis 250 µm: 3 mm Rasterabstand</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Nachdem der Kreuzschnitt eingebracht wurde, sind lose Partikel der Beschichtung zu entfernen. Hierzu können Druckluft bzw. Stickstoff, eine weiche Bürste oder Klebeband verwendet werden. Letzteres wird parallel zu einer Schnittrichtung aufgeklebt und nach spätestens fünf Minuten ruckartig in einem Winkel von 60 Grad entfernt. Anschließend folgt die visuelle Begutachtung durch den Vergleich des Schnittrasterbildes mit Referenzbildern aus der DIN EN ISO 2409. Je nach Art und Ausprägung der Abplatzung wird die Bewertungsstufe festgelegt. Für den Korrosionsschutz ist beispielsweise ein Gitterschnitt-Kennwert von Gt 0 bis Gt 1 akzeptabel.</p>
<p style="text-align: justify;">Da die Ergebnisse der Gitterschnittprüfung je nach Substrat, klimatischen Bedingungen und Kraftaufwand variieren, ist es unerlässlich, diesbezügliche Vorgaben der DIN EN ISO 2409 strikt einzuhalten.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-10947" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/gitterschnittpruefung-der-lackhaftung.jpg" alt="Gitterschnittprüfung der Lackhaftung mit Schnittgerät" width="1248" height="832" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/gitterschnittpruefung-der-lackhaftung.jpg 1248w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/gitterschnittpruefung-der-lackhaftung-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/gitterschnittpruefung-der-lackhaftung-1024x683.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/gitterschnittpruefung-der-lackhaftung-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1248px) 100vw, 1248px" /></p>
<h2>Typische Fehlerquellen der Gitterschnittprüfung</h2>
<p style="text-align: justify;">In der Praxis können verschiedene Fehler das Prüfergebnis verfälschen. Gerade bei Nasslacken kann ein zu früher Hafttest zu einem schlechteren Kennwert führen, weil der Lack noch nicht vollständig ausgehärtet ist. Ebenfalls problematisch ist ein inkorrekter Schneidendruck. Bei zu geringem Druck ist der Gitterschnitt zu flach, während zu hoher Druck den Untergrund übermäßig beschädigt. Beides führt zu fehlerhaften Resultaten.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein falscher Abreißwinkel beim Test mit Klebeband kann dazu führen, dass die Beschichtung eher reißt oder sich untypisch verhält. Eine weitere Fehlerquelle ist Klebeband mit zu geringer Klebkraft.</p>
<p style="text-align: justify;">Unabhängig von der Durchführung wirken sich auch Verschmutzungen auf dem Metalluntergrund auf das Ergebnis aus. Staub und Öl beeinflussen die Lackhaftung ebenso wie Reste der <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/">Oberflächenvorbehandlung</a>. Schon eine minimale Verunreinigung kann das Schnittrasterbild signifikant verändern.</p>
<h2>Interpretation und Einordnung der Ergebnisse der Gitterschnittprüfung</h2>
<p>Eine sinnvolle Bewertung der Gitterschnitt-Resultate ist nur unter Berücksichtigung des jeweiligen Beschichtungssystems möglich. Ein Schnittrasterbild, das bei einem spröden Lack als unkritisch gilt, kann bei einem elastischen System bereits auf eine unzureichende Lackhaftung hindeuten. Wichtig ist daher, das Ergebnis nicht isoliert, sondern im Kontext von Materialeigenschaften, Oberflächenvorbehandlung und Einsatzbereich zu interpretieren.</p>
<p>Ebenfalls hilfreich für die Einordnung ist der Vergleich mit früheren Prüfungen. Damit lässt sich gut erkennen, ob der Beschichtungsprozess stabil läuft oder ob es nachteilige Veränderungen im Lack, in der <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/konversionsverfahren/">Konversionsschicht</a> oder in der Aushärtung gibt. Auf diese Weise kann eine Gitterschnittprüfung nicht nur eine Momentaufnahme liefern, sondern auch unerkannte Schwachstellen bei der Lackierung aufdecken.</p>
<figure id="attachment_10953" aria-describedby="caption-attachment-10953" style="width: 1280px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-10953" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/lackhaftung-analysieren.webp" alt="Arbeiter besprüht Stahlträger mit blauer Lackfarbe" width="1280" height="852" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/lackhaftung-analysieren.webp 1280w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/lackhaftung-analysieren-300x200.webp 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/lackhaftung-analysieren-1024x682.webp 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2026/02/lackhaftung-analysieren-768x511.webp 768w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /><figcaption id="caption-attachment-10953" class="wp-caption-text">© nordroden – stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Rolle der Gitterschnittprüfung im Zusammenspiel mit anderen Prüfverfahren</h2>
<p style="text-align: justify;">Häufig kommt der Gitterschnitt zum Einsatz, wenn die Haftfestigkeit neuer Beschichtungsmaterialien geprüft, Verfahren der Oberflächenvorbehandlung verglichen oder Modifikationen im Beschichtungsprozess abgesichert werden sollen. Bei Reklamationen und Schadensanalysen ist die Gitterschnittprüfung oft der erste Ansatz bei der Eingrenzung von Problemen mit der Lackhaftung.</p>
<p style="text-align: justify;">In der Qualitätssicherung steht der Gitterschnitt selten allein. Er ergänzt andere Verfahren, die weitere Informationen zur Wirksamkeit einer Konversionsschicht liefern können. Dazu gehören Haftzugprüfungen, die quantitative Werte zur Bestimmung der Haftfestigkeit bereitstellen, sowie Biege- und Kratztests, die das Verhalten mechanisch beanspruchter oder flexibler Beschichtungen aufzeigen. In aller Regel dient sie als schneller Indikator für die Lackhaftung, während die anderen Prüfmethoden eine größere Detailtiefe liefern.</p>
<h2>Gitterschnittprüfung ermöglicht unkomplizierte Haftungsbewertung</h2>
<p style="text-align: justify;">Unter den richtigen Rahmenbedingungen durchgeführt, kann eine Gitterschnittprüfung zeigen, ob ein Lackaufbau zuverlässig verankert ist. Bei Bedarf können ergänzende Prüfverfahren helfen, die Lackhaftung genauer zu beurteilen. Entscheidend ist immer die Einordnung des Ergebnisses unter Betrachtung des gesamten Beschichtungssystems. Dazu gehören die Eigenschaften des Lackmaterials, die Qualität der Vorbehandlung und die Wirksamkeit der <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/passivierung/">Passivschicht</a>, die als Haftgrund eine zentrale Rolle spielt.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Schnittrasterbild lässt sich ablesen, ob der Lackaufbau den Anforderungen des Einsatzbereichs gerecht wird oder ob Anpassungen erforderlich sind. Damit liefert der Gitterschnitt trotz seiner Einfachheit wertvolle Hinweise auf die Zuverlässigkeit der geprüften Beschichtung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>_____________</p>
<p>Bilder ohne Quellenangabe wurden KI-generiert</p>
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		<title>ADR 2025: Was ändert sich beim Gefahrguttransport von Chemikalien?</title>
		<link>https://kluthe.com/magazin/adr-2025-was-aendert-sich-beim-gefahrguttransport-von-chemikalien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chemische Werke Kluthe GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 09:30:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Anfang vergangenen Jahres prägt das ADR 2025 die Gefahrgutpraxis. Die meisten Regelungen zum Chemikalientransport sind bereits seit Juli 2025 verbindlich. Doch werden wirklich alle Gefahrgutvorschriften in Ihrem Unternehmen umgesetzt oder gibt es Lücken, die bislang übersehen wurden? Überarbeitungen sind die Regel beim Umgang mit Gefahrgütern Neue Gefahrgüter und technische Entwicklungen führen immer wieder dazu, &#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/adr-2025-was-aendert-sich-beim-gefahrguttransport-von-chemikalien/">ADR 2025: Was ändert sich beim Gefahrguttransport von Chemikalien?</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Seit Anfang vergangenen Jahres prägt das ADR 2025 die Gefahrgutpraxis. Die meisten Regelungen zum Chemikalientransport sind bereits seit Juli 2025 verbindlich. Doch werden wirklich alle Gefahrgutvorschriften in Ihrem Unternehmen umgesetzt oder gibt es Lücken, die bislang übersehen wurden?</strong></p>
<h2>Überarbeitungen sind die Regel beim Umgang mit Gefahrgütern</h2>
<p style="text-align: justify;">Neue Gefahrgüter und technische Entwicklungen führen immer wieder dazu, dass bestehende Vorgaben an ihre Grenzen stoßen. Deshalb wird das ADR wie auch das RID und das ADN im Zwei-Jahres-Rhythmus überarbeitet. Das ADR 2025 wird schon bald durch die Fassung 2027 abgelöst. Um die neue Anpassungswelle gezielt und effizient angehen zu können, sollten betroffene Unternehmen prüfen, ob alle Gefahrgutvorschriften des ADR 2025 vollständig in die Betriebsabläufe eingebunden wurden.</p>
<h2>Was genau ist das ADR 2025?</h2>
<p style="text-align: justify;">ADR ist die Kurzform für &#8222;Accord européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par route&#8220;, zu Deutsch: Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Zusammen mit dem ADN-Abkommen für die Binnenschifffahrt und dem RID-Standard für die internationale Eisenbahnbeförderung bildet es ein weltweit geltendes Regelwerk für den Gefahrguttransport, einschließlich Klassifizierung, Verpackung und Kennzeichnung.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-10859" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/ADR-2025.jpg" alt="ADR 2025" width="1000" height="667" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/ADR-2025.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/ADR-2025-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/ADR-2025-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></p>
<p style="text-align: justify;">Darüber hinaus dient das ADR als Grundlage für nationale Richtlinien und Verordnungen, in Deutschland zum Beispiel für die RSEB (Richtlinien zur Durchführung der Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt) und die GGVSEB (Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern).</p>
<p style="text-align: justify;">Das ADR 2025 trat am 1. Januar 2025 in Kraft und ist seit dem 1. Juli 2025 verbindlich für den Gefahrguttransport anzuwenden. Die RSEB und die GGVSEB wurden entsprechend angepasst.</p>
<h2>Die wichtigsten Änderungen des ADR 2025 im Überblick</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Änderungen des ADR 2025 wirken sich auf alle zentralen Bereiche des Gefahrguttransports aus. Die für den Chemikalientransport relevanten Passagen lassen sich wie folgt zusammenfassen:</p>
<h3>Allgemeine Gefahrgutvorschriften</h3>
<p style="text-align: justify;">Einige im ADR 2025 festgeschriebene Neuerungen betreffen den Gefahrguttransport durch Privatpersonen. So gilt die Freistellung gemäß 1.1.3.1 a) jetzt auch für die Beförderung von Rückständen gefährlicher Güter. Diese müssen nicht mehr in der Originalverpackung transportiert werden. Private Fahrten zum Wertstoffhof sind somit klar geregelt.</p>
<p style="text-align: justify;">Für den Transport von Gefahrgut in begrenzten Mengen (LQ) wurde die Unterweisungspflicht klarer definiert. Abschnitt 8.2.3. des ADR 2025 regelt, dass alle Beteiligten nach Kapitel 1.3 ADR zu unterweisen sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Terminologie &#8222;Füllungsgrad&#8220; und &#8222;Füllfaktor&#8220; wurde im gesamten ADR einheitlich gestaltet. Füllfaktor bezieht sich auf das Befüllen mit Gas, Füllungsgrad auf die Befüllung mit Flüssigkeiten oder Feststoffen. Der Füllfaktor definiert das Verhältnis zwischen der Gasmasse und der Wasserkapazität eines Behälters bei einer Temperatur von 15 °C.</p>
<figure id="attachment_10862" aria-describedby="caption-attachment-10862" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10862 size-full" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Camping-Gasflaschen.jpg" alt="Camping-Gasflaschen" width="1000" height="667" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Camping-Gasflaschen.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Camping-Gasflaschen-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Camping-Gasflaschen-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10862" class="wp-caption-text">© MDF &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h3>Klassifizierungsvorschriften</h3>
<p style="text-align: justify;">Mehrere Änderungen gibt es bei den organischen Peroxiden der Gefahrgutklasse 5.2. Unter anderem wurde bei den UN-Nummern die 3109 für Dibenzoylperoxid in flüssiger Typ-F-Zubereitung ergänzt. Die bestehenden Gefahrgutvorschriften für diese Chemikalien bleiben unverändert, die Ergänzung betrifft ausschließlich die Zuordnung in der Stoffliste.</p>
<h3>Neue UN-Nummern im Verzeichnis für gefährliche Güter</h3>
<p style="text-align: justify;">Mit dem ADR 2025 wurden mehrere neue UN-Nummern in die Tabelle A aufgenommen, um neu bewertete oder erstmals regulierte Stoffe abzubilden. Dazu gehören:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">UN 3553: Disilan (gilt als selbstentzündlich)</li>
<li style="text-align: justify;">UN 3555: Trifluormethyltetrazol-Natriumsalz in Aceton mit mindestens 68 Masse-% Aceton (ein thermisch instabiler Stoff mit hohem Lösemittelanteil)</li>
<li style="text-align: justify;">UN 3560: Tetramethylammonium-Hydroxid in wässriger Lösung mit mindestens 25 % Tetramethylammonium-Hydroxid (eine stark ätzende, reaktive Base, die in höheren Konzentrationen ein deutlich erhöhtes Gefährdungspotenzial aufweist)</li>
</ul>
<figure id="attachment_10865" aria-describedby="caption-attachment-10865" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10865 size-full" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Organic-Peroxide-Type-F.jpg" alt="Organic-Peroxide-Type-F" width="1000" height="712" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Organic-Peroxide-Type-F.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Organic-Peroxide-Type-F-300x214.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Organic-Peroxide-Type-F-768x547.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10865" class="wp-caption-text">© Yongyuth Chanthabut &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h3>Verpackungsvorschriften</h3>
<p style="text-align: justify;">Absatz 4.1.1.21.7 enthält neue Verpackungsvorschriften für Polyethylenverpackungen. Gemäß Absatz 2.1.3.5.5 klassifizierte Flüssig-Abfälle dürfen in PE-Verpackungen transportiert werden, wenn sich diese nachweislich für diese Verpackungsgruppe eignen. Die maximale Verwendungsdauer von PE-Verpackungen, die durch Chemikalien geschwächt werden können, wurde von 5 auf 2,5 Jahre verkürzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die Entsorgungsbranche relevante Änderungen des ADR 2025 finden sich in der Sondervorschrift 650. Es ist jetzt gestattet, Abfälle lösemittelhaltiger Farben (UN 1263) mit Abfällen wasserbasierter Farben (UN 3082) zu mischen und sie gemeinsam unter der UN 1263 zu transportieren.</p>
<p style="text-align: justify;">In 4.1.1.5.3 ADR gibt es Neuerungen bezüglich des Zusammenpackens von Innenverpackungen in einer Außenverpackung.</p>
<figure id="attachment_10870" aria-describedby="caption-attachment-10870" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10870 size-full" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/IBC-Gefahrgutcontainer.jpg" alt="IBC Gefahrgutcontainer" width="1000" height="667" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/IBC-Gefahrgutcontainer.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/IBC-Gefahrgutcontainer-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/IBC-Gefahrgutcontainer-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10870" class="wp-caption-text">© Czintos Ödön &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Gefahrgut-Kennzeichnung und Dokumentation</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Vorschriften zur Kennzeichnung für den Gefahrguttransport wurden an mehreren Stellen präzisiert. Änderungen betreffen unter anderem die Sondervorschriften für Abfälle gemäß Absatz 5.4.1.1.3 ADR. Zudem wurde die Dokumentation angepasst: Werden chemische Stoffe oder Gemische in Innenverpackungen befördert, die sich gemeinsam in einer Außenverpackung befinden, müssen die Beförderungspapiere für den Straßentransport künftig den Eintrag &#8222;Beförderung nach Absatz 4.1.1.5.3&#8220; enthalten.</p>
<h3>Übergangsfristen für Verpackungen und Tanks</h3>
<p style="text-align: justify;">Ab dem 1. Januar 2027 muss die UN-Codierung auf einem nicht abnehmbaren Bauteil der Verpackung angebracht sein. Vor diesem Zeitpunkt hergestellte Verpackungen, die nicht den bereits geltenden Vorschriften des Unterabschnitts 6.1.3.1 bezüglich des Anbringens der Kennzeichnung auf nicht abnehmbaren Teilen unterliegen, dürfen nach Ende der Übergangsfristen für den Gefahrguttransport weiterverwendet werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Für Fässer aus Stahl (6.1.4.1.4 ADR), Aluminium oder einem anderen Metall mit über 60 Litern Fassungsvermögen entfällt die Verpflichtung für Rollsicken oder Rollreifen.</p>
<h2>Gefahrguttransport und Handhabung</h2>
<p style="text-align: justify;">Sofern ursprünglich enthaltenes Gefahrgut für diese Beförderungsart zugelassen ist, dürfen ungereinigte leere Verpackungen in loser Schüttung transportiert werden. Dabei sind die in Kapitel 3.2, Tabelle A, Spalte (10) oder (17) aufgeführten Anweisungen anzuwenden (siehe Absatz 7.3.1.1 ADR). Neue Anforderungen gelten für den Gefahrguttransport von Abfällen in loser Schüttung im Containersack.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Bereich Be- und Entladen wurden die Handhabungsvorschriften für den Gefahrguttransport konkretisiert, insbesondere die CV29 zur aufrechten Stellung von Versandstücken und die CV38 zum sicheren Umgang mit Containersäcken.</p>
<figure id="attachment_10874" aria-describedby="caption-attachment-10874" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10874 size-full" title="Gefahrzettel Klasse 3 mit UN-Nummer 1203 (Benzin)" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/UN-1203.jpg" alt="UN-1203" width="1000" height="662" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/UN-1203.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/UN-1203-300x199.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/UN-1203-768x508.jpg 768w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/UN-1203-389x257.jpg 389w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10874" class="wp-caption-text">© ftfoxfoto &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h3>Besatzung und Ausstattung von Fahrzeugen für den Gefahrguttransport</h3>
<p style="text-align: justify;">Unter Abschnitt 8.1.2.1 und 8.1.2.2 des ASR 2025 aufgeführte Begleitpapiere für gefährliche Güter sind beim Straßentransport im Fahrerhaus der Beförderungseinheit mitzuführen (siehe 8.2.1. ADR).</p>
<p style="text-align: justify;">In europäischen Staaten, die das multilaterale Abkommen M364 unterzeichnet haben, gelten bis Ende 2026 Übergangsfristen für die Aufbewahrung der Zulassungsbescheinigungen von Anhängern. Ab 2027 müssen diese wie die Begleitpapiere im Führerhaus verwahrt werden.</p>
<h2>Schulung als Basis für die saubere betriebliche Umsetzung des ADR 2025</h2>
<p style="text-align: justify;">Chemieunternehmen, die gefährliche Güter verpacken oder transportieren, müssen sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter alle Neuerungen und Änderungen des ADR 2025 kennen. Sie müssen diese Vorgaben auch korrekt anwenden. Dazu zählen die aktualisierten Regeln zur Gefahrgutkennzeichnung und zur Stoffzuordnung. Ebenso wichtig sind die neuen Verpackungsvorschriften. Hinzu kommen präzisierte Handhabungsvorschriften für das Be- und Entladen. Außerdem müssen die Begleitpapiere im Straßentransport richtig aufbewahrt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine regelmäßige Schulung zum Chemikalientransport ist unverzichtbar. Nur so bleiben Unternehmen beim rechtskonformen und sicheren Umgang mit chemischen Gefahrgütern auf dem aktuellen Stand. Gleichzeitig erfüllen sie die nach ADR und GGVSEB vorgeschriebene Unterweisungspflicht. Je nach Unternehmen können zusätzliche Fortbildungen verpflichtend sein. Das betrifft zum Beispiel den RID-Standard für den Schienenverkehr. Auch das ADN-Abkommen für die Binnenschifffahrt kann relevant sein.</p>
<p>Mehr Informationen auch unter <a href="https://www.adr-2025.de/">https://www.adr-2025.de/</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/adr-2025-was-aendert-sich-beim-gefahrguttransport-von-chemikalien/">ADR 2025: Was ändert sich beim Gefahrguttransport von Chemikalien?</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
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		<title>PFAS-Verbot 2027: Weitreichende Folgen für die Oberflächentechnik</title>
		<link>https://kluthe.com/magazin/pfas-verbot-2027-weitreichende-folgen-fuer-die-oberflaechentechnik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chemische Werke Kluthe GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 09:30:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Seit Jahren wird über ein umfassendes PFAS-Verbot in der EU diskutiert, doch ein konkreter Beschluss ist bislang nicht in Sicht. Die politische Absicht ist klar, die Umsetzung dagegen komplex und von vielen offenen Fragen geprägt. Fakt ist, dass ein solches Verbot für die Oberflächentechnik weitreichende Folgen hätte. Deshalb ist es unerlässlich, die Entwicklungen aufmerksam zu &#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/pfas-verbot-2027-weitreichende-folgen-fuer-die-oberflaechentechnik/">PFAS-Verbot 2027: Weitreichende Folgen für die Oberflächentechnik</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Seit Jahren wird über ein umfassendes PFAS-Verbot in der EU diskutiert, doch ein konkreter Beschluss ist bislang nicht in Sicht. Die politische Absicht ist klar, die Umsetzung dagegen komplex und von vielen offenen Fragen geprägt. Fakt ist, dass ein solches Verbot für die <a href="https://kluthe.com/produkte/">Oberflächentechnik</a> weitreichende Folgen hätte. Deshalb ist es unerlässlich, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und potenzielle Auswirkungen frühzeitig einzuordnen.</p>
<h2>Viele Unternehmen der Oberflächentechnik blicken mit Sorge auf ein mögliches PFAS-Verbot im Jahr 2027</h2>
<p style="text-align: justify;">Bis zu einem Gesetzesvorschlag dürften aber noch einige Monate vergehen. Nach Angaben der europäischen Chemieagentur ECHA werden die erforderlichen Studienergebnisse zum Jahresende vorliegen. Erst danach kann die EU-Kommission offiziell ein PFAS-Verbot im Rahmen von REACH vorschlagen und darüber beraten. Ob das PFAS-Verbot tatsächlich 2027 in Kraft tritt, ist ungewiss. Sicher ist, dass es früher oder später kommen wird. Umso wichtiger ist es für Unternehmen der Oberflächentechnik, sich schon jetzt um Alternativen für die Metallbeschichtung und andere Verfahren zu kümmern.</p>
<figure id="attachment_10896" aria-describedby="caption-attachment-10896" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10896 size-full" title="Ob das PFAS-Verbot tatsächlich 2027 in Kraft tritt, ist ungewiss" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/PFAS.jpg" alt="Ob das PFAS-Verbot tatsächlich 2027 in Kraft tritt, ist ungewiss" width="1000" height="556" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/PFAS.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/PFAS-300x167.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/PFAS-768x427.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10896" class="wp-caption-text">© Francesco Scatena &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Was sind PFAS und warum wird über ein EU-Verbot diskutiert?</h2>
<p style="text-align: justify;">Unter der Abkürzung PFAS werden perfluorierte Alkylsubstanzen und polyfluorierte Alkylsubstanzen zusammengefasst. Diese sogenannten Ewigkeitschemikalien sind extrem langlebig. Weder Sonnenlicht noch Mikroorganismen können sie zerstören. Sie reichern sich in Böden, Gewässern, Tieren und Pflanzen an und gelangen über die Nahrungskette in den menschlichen Körper.</p>
<p style="text-align: justify;">Das PFAS-Verbot 2027 ist ein Thema, weil viele PFAS-Verbindungen als gesundheitsschädlich eingeordnet werden. Wissenschaftler vermuten, dass sie das Hormonsystem beeinflussen und das Krebsrisiko erhöhen können. Die PFAS-Untergruppe PFOS ist deshalb bereits seit 2006 weitgehend verboten, eine weitere namens PFOA seit Juli 2020. Im Februar 2023 hat die ECHA vorgeschlagen, auch perfluorierte Alkylsubstanzen und polyfluorierte Alkylsubstanzen so stark zu reglementieren, dass dies letztlich einem PFAS-Verbot gleichkommt. Ausnahmeregelungen werden nur dort gelten, wo es keine Alternativen gibt.</p>
<figure id="attachment_10903" aria-describedby="caption-attachment-10903" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10903 size-full" title="Das PFAS-Verbot 2027 ist ein Thema, weil viele PFAS-Verbindungen als gesundheitsschädlich eingeordnet werden" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/PFAS-Verbot-EU.jpg" alt="PFAS Verbot EU" width="1000" height="667" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/PFAS-Verbot-EU.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/PFAS-Verbot-EU-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/PFAS-Verbot-EU-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10903" class="wp-caption-text">© DBA &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Welche Bereiche der Oberflächentechnik sind von einem PFAS-Verbot betroffen?</h2>
<p style="text-align: justify;">Perfluorierte Alkylsubstanzen und polyfluorierte Alkylsubstanzen werden vor allem für ihre chemische und thermische Stabilität und ihre wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften geschätzt. Oft dienen sie als Additive, um Oberflächen hydrophob oder oleophob zu machen, insbesondere bei der technischen Beschichtung. Ein PFAS-Verbot im Jahr 2027 beträfe unter anderem folgende Bereiche:</p>
<h3>Vorbehandlung und Aktivierung</h3>
<p style="text-align: justify;">Bei der <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/">Oberflächenvorbehandlung</a> ermöglichen PFAS-Netzmittel eine gleichmäßige Benetzung komplexer Geometrien. Auch hier kommt die Sprühnebelunterdrückung zum Tragen, da Beizlösungen bei hohen Temperaturen und intensiver Bewegung Aerosole bilden können. PFAS-haltige Tenside helfen, diese Effekte zu kontrollieren, und unterstützen damit eine stabile Prozessführung.</p>
<p><a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/reinigungs-und-beizprodukte/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-5838 size-full" title="Reinigungs- und Beizprodukte" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/reinigungs-und-beizprodukte.jpg" alt="Reinigungs- und Beizprodukte " width="850" height="420" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/reinigungs-und-beizprodukte.jpg 850w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/reinigungs-und-beizprodukte-300x148.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/reinigungs-und-beizprodukte-768x379.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a></p>
<h3>Beschichtungstechnik</h3>
<p style="text-align: justify;">PFAS in Form von Additiven beeinflussen die Oberflächenenergie von Lack und technischer Beschichtung. Zudem ermöglichen sie hydrophobe und oleophobe Effekte. In bestimmten Spezialbeschichtungen, etwa für Elektronik oder Medizintechnik, tragen sie zur chemischen Beständigkeit und einer kontrollierten Oberflächenstruktur bei.</p>
<h3>Funktionale Metallbeschichtungen</h3>
<p style="text-align: justify;">Bei der funktionalen Metallbeschichtung kommen PFAS vor allem dort zum Einsatz, wo Gleit-, Barriere- oder Antihafteigenschaften gefragt sind. Fluorpolymere wie Polytetrafluorethylen (PTFE) bilden robuste Schichten mit hoher chemischer Stabilität und geringer Reibung.</p>
<h3>Galvanotechnik</h3>
<p style="text-align: justify;">In der Galvanik spielen PFAS seit vielen Jahren eine technische Rolle, vor allem in der Hartverchromung. Als Netzmittel-Bestandteil stabilisieren sie die Elektrolyte und verbessern die Benetzung. Indem sie die Oberflächenspannung der Bäder senken und die Aerosolbildung verhindern, tragen sie zur Sprühnebelunterdrückung in der Galvanik bei. In galvanischen Verfahren zur Metallbeschichtung unterstützen PFAS-basierte Hilfsstoffe die Prozessstabilität und die Oberflächenqualität.</p>
<figure id="attachment_10909" aria-describedby="caption-attachment-10909" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10909 size-full" title="Seit vielen Jahren kommen PFAS in der Galvanik technisch zum Einsatz, insbesondere im Bereich der Hartverchromung" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Galvanisierungsbad-1.jpg" alt="Seit vielen Jahren kommen PFAS in der Galvanik technisch zum Einsatz, insbesondere im Bereich der Hartverchromung" width="850" height="567" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Galvanisierungsbad-1.jpg 850w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Galvanisierungsbad-1-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/Galvanisierungsbad-1-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-10909" class="wp-caption-text">© Anna &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h3>Sprühnebelunterdrückung</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Sprühnebelunterdrückung ist nicht nur in der Galvanik und der Vorbehandlung ein Thema. Auch in der Beschichtung selbst werden PFAS-haltige Tenside genutzt, um Aerosolbildung zu reduzieren und die Arbeitsplatzsicherheit zu verbessern. Durch die Absenkung der Oberflächenspannung verändern sie die Tropfenbildung, weshalb weniger Nebel entsteht.</p>
<h2>Wie können Unternehmen einem PFAS-Verbot im Jahr 2027 zuvorkommen?</h2>
<p style="text-align: justify;">Am besten aufgestellt sind Unternehmen, die sich frühzeitig und systematisch auf das PFAS-Verbot vorbereiten. Behörden und Compliance-Berater schlagen hierzu folgende Schritte vor:</p>
<h3>Vollständige Bestandsaufnahme der PFAS-Nutzung</h3>
<p style="text-align: justify;">Zunächst gilt es zu klären, an welchen Stellen PFAS in der Lieferkette, in Produkten und in Prozessen relevant sind. Je mehr über den tatsächlichen PFAS-Einsatz bekannt ist, desto besser lassen sich Probleme im Hinblick auf Versorgungsketten, Materialdegradation und regulatorische Nichteinhaltung bewerten und vermeiden. Wichtig ist, neben den Produkt-Risiken auch Produktionsabläufe, Instandhaltung und Arbeitsschutz im Blick zu haben. Dort können sich ebenfalls PFAS verstecken, beispielsweise hier:</p>
<ul>
<li>Dichtungen, Schläuche, Ventile und Membranen</li>
<li>beschichtete Werkzeuge und Oberflächen</li>
<li>Prozesschemikalien wie Netzmittel, Tenside, Emulgatoren</li>
<li>hochtemperatur- oder chemikalienbeständige Schmierstoffe auf Fluorölbasis</li>
<li>Filtermaterialien mit fluorierten Fasern</li>
<li>Elektronikkomponenten in Maschinen (PFAS in Kabelisolierungen und Leiterplatten)</li>
<li>Schutzkleidung mit wasser-, öl- und chemikalienabweisenden Eigenschaften</li>
<li>Löschschäume (insbesondere ältere AFFF-Formulierungen)</li>
<li>Schutzmatten, Dichtfolien und Barrieren auf PTFE- oder FKM-Basis</li>
</ul>
<h3>Vorausschauende Reaktion auf Berichtspflicht und PFAS-Beschränkung</h3>
<p style="text-align: justify;">Die PFAS-Vorschriften entwickeln sich stetig weiter. Bestimmte Substanzen unterliegen schon jetzt Gesetzen wie EU REACH, der Stockholm-Konvention zu persistenten organischen Schadstoffen (POPs) oder Kaliforniens Proposition 65. Während es wichtig ist, ein zukünftiges PFAS-Verbot zu beobachten, müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie jede bereits geltende Verordnung in den für sie relevanten Märkten einhalten.</p>
<figure id="attachment_10912" aria-describedby="caption-attachment-10912" style="width: 590px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-10912" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/EU-REACH-Compliant.jpg" alt="EU-REACH-Compliant" width="590" height="494" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/EU-REACH-Compliant.jpg 800w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/EU-REACH-Compliant-300x251.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2028/02/EU-REACH-Compliant-768x643.jpg 768w" sizes="(max-width: 590px) 100vw, 590px" /><figcaption id="caption-attachment-10912" class="wp-caption-text">© Ricochet64 &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h3>Frühzeitige Umgestaltung von Produkten und Prozessen</h3>
<p style="text-align: justify;">Sobald eine PFAS-Beschränkung oder ein PFAS-Verbot für Produkte vorliegt, bleibt nur noch eine Übergangsfrist, um nach Alternativen zu suchen. Unternehmen, die sich auf Ausnahmeregelungen vom EU-Verbot verlassen, gehen ein hohes Risiko ein. Wer den Neugestaltungsprozess frühzeitig beginnt, sichert sich technologische Handlungsfähigkeit und vermeidet kostspielige Ad-hoc-Entscheidungen kurz vor Ablauf der Übergangsfrist. Gleichzeitig entsteht Transparenz darüber, in welchen Bereichen Ausnahmeregelungen von einem potenziellen PFAS-Verbot im Jahr 2027 greifen, weil eine Substitution in absehbarer Zeit nicht möglich ist.</p>
<h3>Alle PFAS in die Planung einbeziehen</h3>
<p style="text-align: justify;">Bestehende Vorschriften konzentrieren sich auf spezifische PFAS wie PFOS oder PFOA. Eine neue PFAS-Beschränkung oder ein neues PFAS-Verbot nehmen jedoch zunehmend sämtliche Ewigkeitschemikalien ins Visier. Unternehmen sollten darauf gefasst sein, dass ein zukünftiges EU-Verbot alle PFAS reguliert. Statt eine neue Verordnung nach der anderen abzuarbeiten, ist es sinnvoll, gleich einen großen Schritt in Richtung PFAS-Freiheit zu machen.</p>
<h3>Versorgungsrisiken durch abgekündigte Chemikalien und Bauteile frühzeitig identifizieren</h3>
<p style="text-align: justify;">Wie lange es von einem PFAS-Verbot im Jahr 2027 bis zum Wegfall PFAS-haltiger Chemikalien dauert, ist offen. Viele Hersteller haben sich bereits entschieden, dem PFAS-Verbot zuvorzukommen und die Produktion solcher Substanzen schon vor Ablauf der zu erwartenden Übergangsfrist einzustellen. Unternehmen, die damit verbundene Risiken rechtzeitig erkennen und früh handeln, können sich einen Wettbewerbsvorteil sichern.</p>
<h2>Mit vorausschauender Vorbereitung dem PFAS-Verbot gelassener entgegensehen</h2>
<p style="text-align: justify;">Bleibt festzustellen, dass die PFAS-Beschränkung im Rahmen von REACH und ein mögliches PFAS-Verbot im Jahr 2027 die Oberflächentechnik vor tiefgreifende Änderungen stellen. Die Verordnung der ECHA wird voraussichtlich enge Übergangsfristen vorsehen, die Unternehmen zu schneller Substitution und Anpassungen in Produktion und Lieferketten zwingen. Welche praktischen Auswirkungen solche regulatorischen Maßnahmen haben können, zeigt sich am Beispiel PFOS.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer Bestände, Prozesse und Alternativen schon vor einem etwaigen PFAS-Verbot im Jahr 2027 prüft und dokumentiert, reduziert kurzfristigen Anpassungsdruck und positioniert sich zugleich für langfristigen Erfolg.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/pfas-verbot-2027-weitreichende-folgen-fuer-die-oberflaechentechnik/">PFAS-Verbot 2027: Weitreichende Folgen für die Oberflächentechnik</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
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		<title>Nasschemische Oberflächenbehandlung</title>
		<link>https://kluthe.com/magazin/nasschemische-oberflaechenbehandlung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chemische Werke Kluthe GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Nov 2025 14:02:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Surface Treatment]]></category>
		<category><![CDATA[Anodisieren]]></category>
		<category><![CDATA[Beizen und Passivieren]]></category>
		<category><![CDATA[Elektropolieren]]></category>
		<category><![CDATA[Galvanisierung]]></category>
		<category><![CDATA[industrielle Anwendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Konversionsschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Korrosionsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[KTL-Beschichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Nasschemische Oberflächenbehandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Reinigen und Entfetten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nasschemische Verfahren und deren typische Anwendungsgebiete im Überblick Die nasschemische Oberflächenbehandlung ist aus der heutigen Fertigungs- und Oberflächentechnologie nicht mehr wegzudenken. Sie ist nicht nur ein vorbereitender Schritt, sondern ein entscheidender Faktor für die Funktionalität, Qualität und Lebensdauer eines Bauteils. Ob Korrosionsschutz, Haftvermittlung für Beschichtungen oder dekorative Veredelung: Nasschemische Verfahren sind eine wichtige Voraussetzung für &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Nasschemische Verfahren und deren typische Anwendungsgebiete im Überblick</h2>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die nasschemische <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/">Oberflächenbehandlung</a> ist aus der heutigen Fertigungs- und Oberflächentechnologie nicht mehr wegzudenken. Sie ist nicht nur ein vorbereitender Schritt, sondern ein entscheidender Faktor für die Funktionalität, Qualität und Lebensdauer eines Bauteils. Ob <a href="https://kluthe.com/produkte/korrosionsschutzmittel/">Korrosionsschutz</a>, Haftvermittlung für Beschichtungen oder dekorative Veredelung: Nasschemische Verfahren sind eine wichtige Voraussetzung für präzise und reproduzierbare Ergebnisse auf unterschiedlichsten Metallen. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die von uns unterstützten Technologien und zeigen, mit welchen Produktlösungen wir diese Prozesse effizient gestalten.</strong></p>
<h2>Nasschemische Oberflächenbehandlung: Diese Verfahren gehören dazu</h2>
<p style="text-align: justify;">Nasschemische Verfahren sind Prozesse, bei denen Oberflächen mittels flüssiger Medien wie Säuren, Laugen oder Lösungen gezielt gesäubert, beschichtet oder anderweitig verändert werden. Ihr Ziel besteht darin, Werkstücke auf nachfolgende Behandlungsschritte vorzubereiten, sie vor Korrosion zu schützen oder ihre Funktionalität zu verbessern. Typisch für die nasschemische Oberflächenbehandlung ist der Einsatz flüssiger Chemikalien, oft in Verbindung mit mechanischer Unterstützung oder elektrischer Energie. Die Anwendungen reichen vom Entfetten und Reinigen über das <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/konversionsverfahren/">Erzeugen von Konversionsschichten</a> bis hin zu dekorativen oder funktionalen Endbeschichtungen, die auf der nasschemischen Vorbehandlung aufbauen.</p>
<p><a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/konversionsverfahren/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-5840 size-full" title="Konversionsschichten: chemisch umgewandelte Oberflächen für besseren Korrosionsschutz und optimale Lackhaftung" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/KONVERSIONSVERFAHREN.jpg" alt="Konversionsschichten: chemisch umgewandelte Oberflächen für besseren Korrosionsschutz und optimale Lackhaftung" width="850" height="369" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/KONVERSIONSVERFAHREN.jpg 850w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/KONVERSIONSVERFAHREN-300x130.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/KONVERSIONSVERFAHREN-768x333.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a></p>
<h3>Reinigung</h3>
<p style="text-align: justify;">Das Reinigen ist der erste und entscheidende Schritt jeder Oberflächenbehandlung. Hierbei werden Verunreinigungen wie Öle, Fette und Staub entfernt, um eine sichere Haftung nachfolgender Schichten zu gewährleisten. Abhängig vom Material und Verschmutzungsgrad kommen saure, neutrale oder alkalische Reinigungsmittel zum Einsatz, die meist in Spritz- oder Tauchverfahren auf das Werkstück aufgebracht und anschließend abgespült werden.</p>
<p><a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/reinigungs-und-beizprodukte/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-5838 size-full" title="Reinigung: Entfernt Öle, Emulsionen, Späne und Schmutz von Metall- und Kunststoffoberflächen" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/reinigungs-und-beizprodukte.jpg" alt="Reinigung: Entfernt Öle, Emulsionen, Späne und Schmutz von Metall- und Kunststoffoberflächen" width="850" height="420" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/reinigungs-und-beizprodukte.jpg 850w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/reinigungs-und-beizprodukte-300x148.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2023/04/reinigungs-und-beizprodukte-768x379.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a></p>
<h3>Beizen und Passivieren</h3>
<p style="text-align: justify;">Beim Beizen werden metallische Oberflächen von Oxidschichten, Korrosionsprodukten oder Zunder befreit, vorwiegend mithilfe von Säuren. Bei der anschließenden <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/passivierung/">Passivierung</a> bildet sich eine dünne Konversionsschicht, die die Haftung und den Korrosionsschutz der Oberfläche verbessert und die Oberfläche für Folgeprozesse stabilisiert, etwa für eine galvanische Beschichtung oder eine Lackierung.</p>
<h3>Galvanisierung</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Galvanisierung (Galvanotechnik) ist ein nasschemisches Verfahren mit elektrochemischer Wirkweise, bei dem Metallionen aus einer Lösung auf ein leitfähiges Werkstück abgeschieden werden. Das Resultat sind funktionale und/oder dekorative Metallüberzüge, beispielsweise aus Zink, Chrom oder Nickel, die Schutz vor Korrosion bieten, die elektrische Leitfähigkeit optimieren oder die Optik veredeln.</p>
<h3>KTL-Beschichtung</h3>
<p style="text-align: justify;">Bei der KTL-Beschichtung (Kathodische Tauchlackierung) handelt es sich um ein elektrochemisches Beschichtungsverfahren, bei dem ein Werkstück in einem Lackbad unter Einsatz elektrischer Spannung gleichmäßig beschichtet wird. Indem sich der Lack an der Oberfläche anlagert, bildet er eine widerstandsfähige, korrosionsbeständige Grundierung. Besonderer Beliebtheit erfreut sich die KTL-Beschichtung in der Automobilindustrie.</p>
<p><a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/konversionsverfahren/zinkphosphatierung/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10462" title="Zinkphosphatierung/KTL/Pulver: Ermöglicht eine verbesserte Beschichtungsqualität" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Kluthe-KTL.jpg" alt="Zinkphosphatierung/KTL/Pulver: Ermöglicht eine verbesserte Beschichtungsqualität" width="850" height="657" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Kluthe-KTL.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Kluthe-KTL-300x232.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Kluthe-KTL-768x594.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a></p>
<h3>Elektropolieren</h3>
<p style="text-align: justify;">Beim Elektropolieren werden die Oberflächen metallischer Werkstücke elektrochemisch geglättet. Durch anodische Auflösung werden mikroskopisch kleine Spitzen abgetragen, wodurch glatte, glänzende und hygienische Oberflächen entstehen. Diese Form der Oberflächenbehandlung kommt vor allem in der Medizintechnik, in der Lebensmittelindustrie und bei besonders hochwertigen Edelstahlteilen zur Anwendung.</p>
<h3>Anodisieren</h3>
<p style="text-align: justify;">Das Anodisieren ist ein nasschemisches Verfahren, das speziell bei Aluminium und seinen Legierungen eingesetzt wird. Durch elektrochemische Oxidation wird eine kontrollierte Oxidschicht erzeugt, die das Material vor Korrosion schützt und sich zudem dekorativ einfärben lässt. Mittels Anodisieren entstandene Konversionsschichten besitzen eine poröse Struktur, die eine gute Haftung für weitere Beschichtungen bietet.</p>
<figure id="attachment_10464" aria-describedby="caption-attachment-10464" style="width: 924px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10464 size-full" title="Passivierte Edelstahloberfläche mit molybdathaltiger Konversionsschicht" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Cetko-stainless-steel.jpg" alt="Cetko-stainless-steel" width="924" height="571" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Cetko-stainless-steel.jpg 924w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Cetko-stainless-steel-300x185.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Cetko-stainless-steel-768x475.jpg 768w" sizes="(max-width: 924px) 100vw, 924px" /><figcaption id="caption-attachment-10464" class="wp-caption-text">By Cetko &#8211; Own work, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=160114244</figcaption></figure>
<h2>Haupteinsatzfelder der nasschemischen Oberflächenbehandlung</h2>
<p style="text-align: justify;">Nasschemische Verfahren sind prädestiniert für Einsatzgebiete, in denen Oberflächen mehr leisten müssen als nur gut auszusehen. Technologien wie die Galvanisierung, das Elektropolieren, die KTL-Beschichtung oder das Anodisieren finden in zahlreichen Branchen Verwendung, in denen sie jeweils spezifische Anforderungen erfüllen.</p>
<p>Zu den wichtigsten Anwendungsfeldern zählen:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Automobilindustrie: Korrosionsschutz, Haftvermittlung vor dem Lackieren, dekorative Beschichtungen (z. B. bei Fahrwerkskomponenten, Karosserieteilen, Felgen)</li>
<li style="text-align: justify;">Maschinen- und Anlagenbau: Korrosionsschutz, Verbesserung der Lebensdauer und Funktionalität von Bauteilen wie Gehäusen, Wellen oder Verbindungselementen</li>
<li style="text-align: justify;">Elektrotechnik und Elektronik: galvanische Beschichtungen für eine bessere Leitfähigkeit, Oxidationsbeständigkeit und Kontaktqualität</li>
<li style="text-align: justify;">Bau- und Fassadentechnik: anodisierte oder lackierte Aluminiumbauteile für langlebige, wetterfeste und zugleich ästhetische Fassadenlösungen</li>
<li style="text-align: justify;">Medizintechnik und Pharmaindustrie: passivierte oder elektropolierte Oberflächen zur Gewährleistung höchster Hygieneanforderungen (z. B. bei chirurgischen Instrumenten oder Edelstahlbehältern)</li>
<li style="text-align: justify;">Landwirtschaft und Nutzfahrzeugtechnik: robuste Konversionsschichten für Bauteile, die extremen mechanischen und klimatischen Belastungen standhalten müssen</li>
<li style="text-align: justify;">Luft- und Raumfahrt: hochpräzise nasschemische Oberflächenbehandlung für sicherheitsrelevante Bauteile mit speziellen Anforderungen an Korrosionsbeständigkeit und Materialverträglichkeit</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Welche Art der Oberflächenbehandlung zur Anwendung kommt, richtet sich nach dem Material, der gewünschten Funktion und dem vorgesehenen Einsatzbereich. Darüber hinaus sind wirtschaftliche und ökologische Gesichtspunkte entscheidend.</p>
<img loading="lazy" decoding="async" width="1280" height="850" class="wp-image-10467" title="Industrielle Galvanikanlage zur Herstellung von Leiterplatten" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Industrielle-Galvanikanlage-zur-Herstellung-von-Leiterplatten.jpg" alt="Industrielle Galvanikanlage zur Herstellung von Leiterplatten" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Industrielle-Galvanikanlage-zur-Herstellung-von-Leiterplatten.jpg 1280w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Industrielle-Galvanikanlage-zur-Herstellung-von-Leiterplatten-300x199.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Industrielle-Galvanikanlage-zur-Herstellung-von-Leiterplatten-1024x680.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Industrielle-Galvanikanlage-zur-Herstellung-von-Leiterplatten-768x510.jpg 768w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Industrielle-Galvanikanlage-zur-Herstellung-von-Leiterplatten-389x257.jpg 389w" sizes="(max-width: 1280px) 100vw, 1280px" /></p>
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		<item>
		<title>Passivieren oder Chromatieren</title>
		<link>https://kluthe.com/magazin/passivieren-oder-chromatieren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefan Lenzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Nov 2025 09:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Surface Treatment]]></category>
		<category><![CDATA[Blaupassivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Chrom(III)-Verbindungen]]></category>
		<category><![CDATA[Chromatierung]]></category>
		<category><![CDATA[DIN EN ISO 4520]]></category>
		<category><![CDATA[Edelstahl und Aluminium]]></category>
		<category><![CDATA[Gelbchromatierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kluthe DECORRDAL]]></category>
		<category><![CDATA[Korrosionsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Metalloberflächen]]></category>
		<category><![CDATA[Passivieren oder Chromatieren]]></category>
		<category><![CDATA[Passivierung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kluthe.com/magazin/?p=10288</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Unterschiede in Theorie und Praxis In der Oberflächentechnik kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung, die den Korrosionsschutz und die Funktionalität metallischer Werkstoffe verbessern sollen. Dazu gehören auch das Chromatieren und das Passivieren. Beide verfolgen ähnliche Ziele, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer chemischen Grundlage, ihrer Wirkungsweise und der möglichen Einsatzfelder. Erfahren Sie hier bei Kluthe mehr &#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/passivieren-oder-chromatieren/">Passivieren oder Chromatieren</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Die Unterschiede in Theorie und Praxis</h2>
<p style="text-align: justify;"><strong>In der Oberflächentechnik kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung, die den Korrosionsschutz und die Funktionalität metallischer Werkstoffe verbessern sollen. Dazu gehören auch das Chromatieren und das Passivieren. Beide verfolgen ähnliche Ziele, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich ihrer chemischen Grundlage, ihrer Wirkungsweise und der möglichen Einsatzfelder. Erfahren Sie hier bei Kluthe mehr zum Unterschied beider Methoden und warum die Entscheidung Passivieren oder Chromatieren mehr als nur eine Materialfrage ist.</strong></p>
<h2>Chemische Grundlagen von Passivierung und Chromatierung</h2>
<p style="text-align: justify;">Sowohl das Passivieren als auch das Chromatieren basieren auf Oberflächenreaktionen, bei denen die äußeren Schichten des Metalls in einen inaktiven Zustand versetzt werden. Dabei wird die natürliche Oxidschicht verstärkt und zugleich eine neue Schutzschicht aufgebaut. In beiden Verfahren geht es darum, Sauerstoff- und Feuchtigkeitseinwirkung zu minimieren und Korrosionsprozesse aufzuhalten.</p>
<h3>Wirkprinzip der Passivierung</h3>
<p style="text-align: justify;">Beim Passivieren wird die Oxidschicht auf dem Metall mithilfe oxidierender Mittel wie Nitrit oder Permanganat chemisch umgewandelt und verdichtet. Dabei entsteht ein dünner, sehr dichter Schutzfilm, der die Metalloberfläche gegen elektrochemische Einflüsse abschirmt. Die Passivierungsschicht ist meist farblos bis leicht perlmuttschimmernd. Es gibt aber auch Blaupassivierungen auf Chrom(III)-Basis, die hellblaue Farben erzeugen.</p>
<p><a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/passivierung/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-3162" title="Ziel von Passivierung ist der kurzzeitige Schutz vor Korrosion bzw. die Verbesserung der Haftfähigkeit von Lack" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/02/passivierung.jpg" alt="Ziel von Passivierung ist der kurzzeitige Schutz vor Korrosion bzw. die Verbesserung der Haftfähigkeit von Lac" width="850" height="569" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/02/passivierung.jpg 800w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/02/passivierung-300x201.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/02/passivierung-768x515.jpg 768w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/02/passivierung-110x75.jpg 110w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a></p>
<h3>Wirkprinzip der Chromatierung</h3>
<p style="text-align: justify;">Das Chromatieren beruht auf der Bildung von Chrom-Verbindungen auf der Metalloberfläche. Eine Chromatlösung reagiert mit dem Metall. Das Resultat ist eine mehrlagige Konversionsschicht, die neben passivierenden auch selbstheilende Eigenschaften besitzt. Kleinste Defekte verschließen sich durch nachgelagerte Chromatierungsreaktionen, wodurch sich die Langzeitkorrosionsbeständigkeit deutlich erhöht. Die Farbvarianten reichen von Gelb (Gelbchromatierung) über Olivgrün (Grünchromatierung) bis hin zu Schwarz (Schwarzchromatierung).</p>
<h2>Prozessschritte beim Chromatieren und Passivieren</h2>
<p style="text-align: justify;">Ob es um das Passivieren oder Chromatieren eines Werkstücks geht, bedeutet für den Prozess selbst keinen großen Unterschied. Beide Varianten folgen einem standardisierten, für Konversionsverfahren typischen Ablauf.</p>
<p><a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/passivierung/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10408 size-full" title="Neben der Passivierung von Konversionsschichten vor Lack werden auch Verfahren zur Passivierung blanker Oberflächen, z.B. von feuerverzinktem Stahl eingesetzt" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Kluthe-Passivierung.jpg" alt="Neben der Passivierung von Konversionsschichten vor Lack werden auch Verfahren zur Passivierung blanker Oberflächen, z.B. von feuerverzinktem Stahl eingesetzt" width="953" height="650" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Kluthe-Passivierung.jpg 953w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Kluthe-Passivierung-300x205.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Kluthe-Passivierung-768x524.jpg 768w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Kluthe-Passivierung-110x75.jpg 110w" sizes="(max-width: 953px) 100vw, 953px" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Dieser besteht in aller Regel aus folgenden Schritten:</p>
<ul>
<li>Reinigen und Entfetten: Die Metalloberfläche wird von Fetten, Ölen und Partikeln befreit, um eine gleichmäßige Reaktion sicherzustellen.</li>
<li>Aktivieren (optional): Bei einigen Materialien ist Beizen erforderlich, etwa bei Edelstahl zum Entfernen der natürlichen Oxidschicht.</li>
<li>Behandeln in der Passivierungs- bzw. Chromatierungslösung: Das Werkstück wird in die Lösung eingetaucht oder mit dieser besprüht. Durch eine chemische Reaktion entsteht eine Konversionsschicht auf der Metalloberfläche.</li>
<li>Spülen: Um unerwünschte Reaktionen und Fleckenbildung zu vermeiden, werden die Rückstände der Lösung gründlich mit Wasser abgespült.</li>
<li>Trocknen: Zum Stabilisieren der Schutzschicht werden die Teile luft- oder warmluftgetrocknet.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Sowohl beim Chromatieren als auch beim Passivieren spielt die chemische Zusammensetzung der eingesetzten Lösungen eine zentrale Rolle. Traditionell wurde die Chromatierung mit Chrom(VI)-Verbindungen durchgeführt, mit denen sich besonders wirksame, farbintensive Schutzschichten erzeugen lassen. Aufgrund ihrer toxischen, umweltgefährdenden Eigenschaften ist ihr Einsatz inzwischen nur noch mit explizit erteilter Ausnahmegenehmigung gestattet, was einem faktischen Verbot gleichkommt. Moderne Chromatierungsverfahren setzen daher auf Chrom(III)-basierte Lösungen, die zwar einen leicht geringeren Schutz vor Korrosion bieten, aber frei von Chrom(VI) und REACH-konform sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim Passivieren kommen meist chromfreie oder Chrom(III)-haltige Lösungen zur Anwendung, die speziell für Edelstahl, Aluminium oder Zinklegierungen entwickelt wurden. Der damit erzielte Korrosionsschutz reicht für viele Einsatzfelder aus, erreicht aber nicht ganz die Leistung von Chromatierungen. Hinsichtlich regulatorischer Stoffeinschränkungen sind Passivierungsverfahren wie die REACH-konformen Blaupassivierungen im Vorteil.</p>
<figure id="attachment_10414" aria-describedby="caption-attachment-10414" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10414 size-full" title="Blaupassivierte Schrauben" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Blaupassivierte-Schrauben.jpg" alt="Blaupassivierte Schrauben" width="1000" height="639" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Blaupassivierte-Schrauben.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Blaupassivierte-Schrauben-300x192.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Blaupassivierte-Schrauben-768x491.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10414" class="wp-caption-text">© nordroden &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Materialkompatibilität und Oberflächeneigenschaften im Vergleich</h2>
<p style="text-align: justify;">Ob das Passivieren oder das Chromatieren die jeweils bessere Lösung ist, hängt in erster Linie vom Werkstoff und den gewünschten Oberflächeneigenschaften ab. Die Passivierung eignet sich vor allem für Edelstahl und Aluminiumlegierungen, die auf natürliche Weise eine Oxidschicht ausbilden. Chromatieren ist ideal für galvanisch verzinkte Teile, stark beanspruchte Aluminiumbauteile und weitere unedle Metalle.</p>
<p style="text-align: justify;">Passivierte Metalloberflächen bieten durch ihre glatte, geschlossene Oberfläche eine optimale Basis für dekorative Beschichtungen, erfordern jedoch oft zusätzliche Haftvermittler, um eine ausreichende Adhäsion zu bewirken. Chromatierte Schichten weisen mikroskopisch feine Rauheiten und Rissnetzwerke auf, wodurch sich ihre Benetzbarkeit für Schmierstoffe und die Haftung von Folgelacken, Klebstoffen und Dichtmitteln verbessern.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Passivieren hat kaum einen Einfluss auf die elektrische Leitfähigkeit des Metalls, da die dünne Oxidschicht nur minimal isolierend wirkt. Der mechanische Verschleißschutz ist jedoch begrenzt, da die Passivierungsschicht kein Selbstheilungsvermögen aufweist. Im Unterschied dazu zeigen chromatierte Oberflächen aufgrund der dickeren Konversionsschichten eine leicht verringerte Leitfähigkeit, punkten aber mit mechanischer Robustheit.</p>
<p style="text-align: justify;">In Bezug auf den Korrosionsschutz hat die klassische Gelbchromatierung mit Chrom(VI) die höchste Schutzwirkung, vor allem bei Zinkoberflächen. Die auf Chrom(III) basierende Schwarzchromatierung erzeugt ebenfalls gute Werte, verliert jedoch hinsichtlich der Langzeitstabilität. Passivierungen, insbesondere chromfreie Varianten, bieten einen soliden Korrosionsschutz und eine hohe Verträglichkeit gegenüber Klebstoffen und Lacken.</p>
<figure id="attachment_10418" aria-describedby="caption-attachment-10418" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10418 size-full" title="Gelbchromatierte Stahlringe" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Gelbchromatierte-Schutzbeschichtung-auf-einem-Stapel-von-Stahlringteilen.jpg" alt="Gelbchromatierte Schutzbeschichtung auf einem Stapel von Stahlringteilen" width="1000" height="667" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Gelbchromatierte-Schutzbeschichtung-auf-einem-Stapel-von-Stahlringteilen.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Gelbchromatierte-Schutzbeschichtung-auf-einem-Stapel-von-Stahlringteilen-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Gelbchromatierte-Schutzbeschichtung-auf-einem-Stapel-von-Stahlringteilen-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10418" class="wp-caption-text">© lucky pics &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Relevante DIN-Normen für das Chromatieren und Passivieren</h2>
<p style="text-align: justify;">Für das Chromatieren und Passivieren metallischer Oberflächen gelten verschiedene DIN-Normen, die sowohl die Beschichtungsverfahren als auch die Prüfmethoden und Qualitätsanforderungen regeln. Relevant ist vor allem die DIN EN ISO 4520. Diese befasst sich mit Chromat-Konversionsüberzügen auf elektrolytisch abgeschiedenen Zink- und Cadmiumschichten und setzt internationale Standards für Verfahren wie die Gelbchromatierung und Schwarzchromatierung.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die Passivierung nicht rostender Stähle ist die DIN EN 10088 von Bedeutung, die technische Lieferbedingungen und Hinweise zur Nachbehandlung, beispielsweise mittels Blaupassivierungen, inkludiert. Ebenfalls wichtig ist die DIN EN ISO 3613, die Prüfverfahren für Chromatierüberzüge auf Zink, Aluminium und deren Legierungen beschreibt, und damit für alle genannten Varianten anwendbar ist.</p>
<figure id="attachment_10421" aria-describedby="caption-attachment-10421" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10421 size-full" title="Stanzteile aus Stahl mit Zink-Chromat-Konversionsbeschichtung" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Stampings_steel_zinc_chromate_conversion_coating.jpg" alt="Stampings_steel_zinc_chromate_conversion_coating" width="850" height="586" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Stampings_steel_zinc_chromate_conversion_coating.jpg 850w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Stampings_steel_zinc_chromate_conversion_coating-300x207.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Stampings_steel_zinc_chromate_conversion_coating-768x529.jpg 768w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Stampings_steel_zinc_chromate_conversion_coating-110x75.jpg 110w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-10421" class="wp-caption-text">By No machine-readable author provided. Duk assumed (based on copyright claims). &#8211; No machine-readable source provided. Own work assumed (based on copyright claims)., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=739195</figcaption></figure>
<h2>Chromatieren vs. Passivieren: Auswahlkriterien und Praxistipps</h2>
<p style="text-align: justify;">Bei der Wahl zwischen dem Passivieren und dem Chromatieren stehen die konkreten Anforderungen an das Material, die Einsatzumgebung und die Weiterverarbeitung im Vordergrund. Entscheidend sind die Legierungszusammensetzung des Metalls, die erforderliche Korrosionsschutzklasse und die gewünschte optische Erscheinung der fertigen Oberfläche. Daneben sind wirtschaftliche Faktoren und gesetzliche Vorgaben zu umweltschutzrechtlichen Beschränkungen zu berücksichtigen. Für Bauteile aus Aluminium oder Edelstahl empfiehlt sich die klassische Passivierung. Gleiches gilt für Projekte, für die eine farblose, gleichmäßig glatte Oxidschicht ohne selbstheilende Wirkung genügt.</p>
<figure id="attachment_10429" aria-describedby="caption-attachment-10429" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10429 size-full" title="Die Passivierung verbessert die Haftung nachfolgender Beschichtungen, beispielsweise bei der Lackierung von Karosserieteilen" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Autolackierung.jpg" alt="Passivierung für temporären Korrosionsschutz und bessere Lackhaftung" width="1000" height="667" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Autolackierung.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Autolackierung-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Autolackierung-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10429" class="wp-caption-text">© vadimborkin &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Geht es hingegen um galvanisch verzinkte oder stark belastete Teile, die in aggressiven Umgebungen zum Einsatz kommen und haftverbessernde Schichten erfordern, eignet sich das Chromatieren besser. Für Anwendungsfelder mit hohen Umweltstandards empfiehlt sich die gezielte Suche nach chromfreien Alternativen. Tendenziell preiswerter ist das Passivieren. Letztlich hängt die Entscheidung davon ab, ob der Fokus auf maximaler Korrosionsbeständigkeit, dekorativer Wirkung oder Chromfreiheit liegt. Es gibt bislang kein Chromatisierungs- oder Passivierungsverfahren, das alles gleichermaßen abdeckt, aber einige Optionen, die sehr gute Kompromisse ermöglichen.</p>
<h2>Kluthe-Produkte rund um das Chromatieren und Passivieren</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Chemischen Werke Kluthe haben mit der Produktreihe DECORRDAL ein <a href="https://kluthe.com/produkte/">multimetallfähiges Vorbehandlungssystem</a> entwickelt, das <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/reinigungs-und-beizprodukte/">Reinigung, Beizen</a> und <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/passivierung/">Passivieren</a> in einem abgestimmten Prozess kombiniert. Durch das Zusammenfassen dieser drei Schritte lassen sich Metalloberflächen für nachfolgende Chromatierungs- oder <a href="https://kluthe.com/produkte/metall-und-kunststofflackierung/">Lackierprozesse</a> zeitsparend vorbereiten. DECORRDAL arbeitet mit moderaten Temperaturen und schafft so eine Alternative zu getrennten Einzelschritten.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die gezielte <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/">Vorbehandlung von Aluminium</a> bietet Kluthe das Produkt HAKUPUR 50-706-2 an. Dieser speziell auf Aluminium abgestimmte Reiniger entfernt organische Verunreinigungen und löst vorhandene Oxidschichten gleichmäßig. Die Anwendung von HAKUPUR 50-706-2 schafft eine gleichförmige Basis für nachfolgende Passivierungs- oder Chromatierungsverfahren.</p>
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		<title>Umweltbelastendes Brünieren ersetzen: Manganphosphatierung als Niedertemperatur-Alternative</title>
		<link>https://kluthe.com/magazin/umweltbelastendes-bruenieren-ersetzen-manganphosphatierung-als-niedrigtemperatur-alternative/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chemische Werke Kluthe GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Oct 2025 13:50:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Surface Treatment]]></category>
		<category><![CDATA[Brünieren Alternative]]></category>
		<category><![CDATA[chemische Aktivierung]]></category>
		<category><![CDATA[Energieeffizienz]]></category>
		<category><![CDATA[Gleitlager Getriebeteile]]></category>
		<category><![CDATA[Konversionsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Korrosionsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Manganphosphatierung]]></category>
		<category><![CDATA[Maschinenbau Anwendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Oberflächenbehandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Reibungsminderung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Angesichts verschärfter Umweltauflagen und steigender Anforderungen an energie- und ressourcenschonende Produktionsprozesse gerät das klassische Brünieren zunehmend in die Kritik. Wie das Chromatieren erfordert auch dieses Konversionsverfahren den Einsatz gesundheitsschädlicher Chemikalien und verursacht belastende Abwässer. Zusätzlich ist es mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Eine vielversprechende Alternative bietet die Manganphosphatierung. Sie schützt ebenso zuverlässig vor Korrosion, ist &#8230;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Angesichts verschärfter Umweltauflagen und steigender Anforderungen an energie- und ressourcenschonende Produktionsprozesse gerät das klassische Brünieren zunehmend in die Kritik. Wie das Chromatieren erfordert auch dieses Konversionsverfahren den Einsatz gesundheitsschädlicher Chemikalien und verursacht belastende Abwässer. Zusätzlich ist es mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Eine vielversprechende Alternative bietet die <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/konversionsverfahren/manganphosphatierung/">Manganphosphatierung</a>. Sie <a href="https://kluthe.com/produkte/korrosionsschutzmittel/">schützt ebenso zuverlässig vor Korrosion</a>, ist aber deutlich energie- und chemikalienärmer sowie prozesssicherer.</p>
<h2>Was genau ist Manganphosphatierung?</h2>
<p style="text-align: justify;">Bei der Manganphosphatierung handelt es sich um ein <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/konversionsverfahren/">Konversionsverfahren</a>, das vorrangig zur <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/">Oberflächenbehandlung von Bauteilen</a> aus niedriglegierten Stählen oder Zink eingesetzt wird. Manganphosphatschichten überzeugen durch einen guten Korrosionsschutz und eine hohe Verschleißfestigkeit bei gleitender Bewegung. Weitere Eigenschaften sind:</p>
<ul>
<li>verbesserte Haftung für Beschichtungen</li>
<li>Schutz vor Kaltverschweißung</li>
<li>hohe Druckaufnahmefähigkeit</li>
<li>elektrische Isolierung</li>
</ul>
<figure id="attachment_10378" aria-describedby="caption-attachment-10378" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10378 size-full" title="Tagebau-Manganabbau" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Manganmine.jpg" alt="Tagebau-Manganabbau" width="1000" height="576" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Manganmine.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Manganmine-300x173.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Manganmine-768x442.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10378" class="wp-caption-text">© Sunshine Seeds &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h3>Vergleich mit anderen Phosphatierungsarten</h3>
<p style="text-align: justify;">Neben Konversionsverfahren mit Manganphosphat gibt es mit der Zink- und der Eisenphosphatierung zwei weitere etablierte Methoden, die spezifische Vorteile bieten. Beim direkten Vergleich zeig sich jedoch, dass manganbasierte Konversionsschichten in vielen technischen Anwendungen überlegen sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Eisenphosphatierung gilt als wirtschaftliche Lösung für die Vorbehandlung von Metalloberflächen, primär vor dem Lackieren. Sie erzeugt eine dünne, haftungsfördernde Schicht, die aber nur begrenzten Korrosionsschutz und fast keine mechanische Belastbarkeit bietet. Bei Verwendung von Zinkphosphat bildet sich eine poröse Schicht, die Schmierstoffe gut aufnimmt und einen soliden Haftgrund für Lacke darstellt. Ihr Korrosionsschutz ist unwesentlich geringer als beim Manganphosphat. Bei hoher Beanspruchung gerät sie jedoch an ihre Grenzen. Insgesamt bietet die Manganphosphatierung gegenüber der Zink- und der Eisenphosphatierung eine deutlich größere Funktionalität, vor allem dort, wo Korrosion, Reibung und Belastung gleichzeitig zum Tragen kommen.</p>
<p><a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/konversionsverfahren/manganphosphatierung/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10375" title="Manganphosphatschichten finden beispielsweise Anwendung auf Rohrhülsen für Bohrgestänge" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Manganphosphatierung-Kluthe.jpg" alt="Manganphosphatschichten finden beispielsweise Anwendung auf Rohrhülsen für Bohrgestänge" width="850" height="501" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Manganphosphatierung-Kluthe.jpg 623w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Manganphosphatierung-Kluthe-300x177.jpg 300w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a></p>
<h2>Ablauf der Manganphosphatierung</h2>
<p style="text-align: justify;">Wie andere Konversionsverfahren, beispielsweise Brünieren oder Chromatieren, beginnt das Phosphatieren mit einer gründlichen Reinigung und Entfettung des Werkstücks. Hierbei kommen je nach Art und Ausmaß der Verunreinigung alkalische Reinigungsmittel oder mildere Neutralreiniger zur Anwendung. Rost- und Zunderrückstände von Wärmebehandlungen und Schweißprozessen werden durch Beizen mit anorganischen Säuren entfernt. Ein anschließendes Spülen mit vollentsalztem Wasser im Kaskadenbecken stellt sicher, dass alle Rückstände der Reinigungslösung oder des Beizmittels restlos beseitigt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Im nächsten Schritt wird die Oberfläche aktiviert, indem das Bauteil in eine schwach saure Aktivierlösung getaucht wird. Diese erzeugt auf dem Metall Kristallisationskeime, die beim Phosphatieren als Anker für die Bildung der Manganphosphatschicht dienen. Insbesondere bei komplexen Geometrien und hohen Qualitätsanforderungen trägt die Aktivierung maßgeblich zur Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit bei. Typische Aktivierungsmittel sind Titanphosphat-basierte und Zinkphosphat-basierte Aktivierer. Darüber hinaus gibt es Mischformulierungen, die spezifisch an den Werkstoff und den späteren Verwendungszweck angepasst sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Das darauffolgende Phosphatierungsbad dauert in der Regel fünf bis 20 Minuten. Die Temperatur beträgt üblicherweise 90 bis 95 °C. Sie ist entscheidend für die richtige Kristallisation und Schichtdicke. Der pH-Wert liegt meist zwischen 2,2 und 2,4. Die saure Umgebung fördert die Reaktion und begünstigt die Altersbeständigkeit der Beschichtung. Die präzise Kontrolle dieser Parameter ist wichtig für die endgültige Beschaffenheit der Phosphatschicht. Variationen führen zu unterschiedlichen Schichtdicken, Dichten und mechanischen Eigenschaften. Damit lässt sich die Manganphosphatierung flexibel an verschiedene Werkstoffe und Anforderungen anpassen.</p>
<figure id="attachment_10382" aria-describedby="caption-attachment-10382" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10382 size-full" title="Nach dem Phosphatierungsprozess entsteht eine matte Schutzschicht, die Schrauben langlebiger und belastbarer macht" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Schrauben.jpg" alt="manganphosphatierte Schrauben" width="1000" height="668" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Schrauben.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Schrauben-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Schrauben-768x513.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10382" class="wp-caption-text">© WDnet Studio &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Schutzschicht mit Potenzial: Warum Manganphosphatierung überzeugt</h2>
<p style="text-align: justify;">Die größten Vorteile gegenüber dem Brünieren liegen im geringeren Energiebedarf und der einfacheren Abwasserbehandlung. Während beim Brünieren über längere Zeiträume Temperaturen von 120 bis 150 °C benötigt werden, sind es beim manganbasierten Phosphatieren weniger als 100 °C. Das spart Heizenergie und verringert den Wärmeeintrag ins Werkstück. Hinzu kommt ein geringerer Chemikalienbedarf. Ein 100-Liter-Badansatz beim Brünieren erfordert 50 bis 70 kg Chemikalien. Bei der Phosphatierung sind es nur zehn bis 20 kg.</p>
<p style="text-align: justify;">Brünierlösungen sind hochalkalisch und stark ätzend. Das bedingt aufwendige Sicherheits- und Neutralisierungsmaßnahmen. Manganphosphatlösungen sind schwach sauer und damit weniger gefährlich sowie leichter zu handhaben. Auch lassen sich Phosphatierlösungen vergleichsweise einfach chemisch unschädlich machen, während Brünierabwasser nur mit hohem Energie- und Kostenaufwand entgiftet und neutralisiert werden kann.</p>
<figure id="attachment_10393" aria-describedby="caption-attachment-10393" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10393 size-full" title="Manganphosphatierte Druckfedern: Die dunkle, feinkristalline Oberfläche reduziert Reibung und schützt zuverlässig vor Korrosion" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Federn.jpg" alt="Manganphosphatierte Druckfedern: Die dunkle, feinkristalline Oberfläche reduziert Reibung und schützt zuverlässig vor Korrosion" width="1000" height="667" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Federn.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Federn-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/Federn-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10393" class="wp-caption-text">© Adam &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h3>Funktionelle Vorteile der Manganphosphatierung</h3>
<p style="text-align: justify;">Das Phosphatieren ist speziell dann eine leistungsfähige Alternative zum Brünieren, wenn funktionale Eigenschaften wie Reibungsminderung und Korrosionsschutz im Vordergrund stehen. Im Vergleich zum Brünieren, bei dem eine eher dünne Schutzschicht entsteht, bildet sich durch die manganbasierte Behandlung eine kristalline, wesentlich dickere Schicht aus. Diese eignet sich hervorragend für die Aufnahme von Schmier- und Konservierungsstoffen, die regelrecht in der porösen Struktur der Phosphatschicht eingebunden werden. Hieraus ergibt sich ein deutlich verbesserter, langanhaltender Schutz vor korrosiven Einflüssen. Nach dem Brünieren haften Schmier- und Konservierungsmittel nur oberflächlich und können leicht abgewaschen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren überzeugen Manganphosphat-Oberflächen durch optimale Gleiteigenschaften. Ihre feinkristalline Struktur reduziert die Reibung beweglicher Teile. Das ist besonders vorteilhaft in Anwendungen mit hoher mechanischer Belastung.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei engen Passungen ist zu berücksichtigen, dass die Manganphosphatierung zu einer höheren Schichtdicke führt. In einigen Fällen kann die elektrische Isolierung von Nachteil sein. Insgesamt überwiegen aber die technischen Vorteile gegenüber dem Brünieren. Optisch unterscheiden sich Phosphatschichten durch ihre matte, dunkelgraue Erscheinung von den beim Brünieren entstehenden schwarzen Oberflächen. Das mag weniger dekorativ wirken, wird aber in den meisten Anwendungsfeldern durch die höhere Funktionalität wettgemacht. Wer nach einer robusten, vielseitigen und industrietauglichen Schutzschicht sucht, findet in diesem Konversionsverfahren eine überzeugende Lösung, die das Brünieren durchaus ersetzen kann.</p>
<figure id="attachment_10390" aria-describedby="caption-attachment-10390" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10390 size-full" title="Beispiel für den industriellen Einsatz: Manganphosphatierte Zahnräder verbinden hohe Belastbarkeit mit optimaler Schmierfilmhaftung" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Zahnraeder.jpg" alt="manganphosphatierte-Zahnraeder." width="1000" height="667" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Zahnraeder.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Zahnraeder-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Zahnraeder-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10390" class="wp-caption-text">© Aleksandr Matveev &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Einsatzgebiete für die Manganphosphatierung</h2>
<p style="text-align: justify;">Dank ihrer Vielseitigkeit eignen sich manganbasierte Konversionsschichten für unterschiedlichste Anwendungsszenarien. Eine zentrale Rolle spielen sie in der Automobilindustrie, im Maschinenbau und beim Kaltumformen von Stahl. Zu den wichtigsten Einsatzfeldern zählen:</p>
<ul>
<li>Buchsen und Gleitlager: In Anwendungen mit hoher mechanischer Belastung verbessert die Manganphosphatschicht die Gleiteigenschaften und vermindert die Reibung. Das mindert den Verschleiß.</li>
<li>Getriebeteile: Die Schicht bietet einen sehr guten Einlaufschutz für bewegliche Teile. Damit steigt die Lebensdauer der Komponenten.</li>
<li>Kaltumformung: Indem die Manganphosphatschicht den Schmierstoffauftrag optimiert, verbessert sie die Umformbarkeit.</li>
<li>Vorbehandlung von Beschichtungen: Die Schicht ist eine ideale Grundlage für nachfolgende Kunststoff- oder Lackaufträge. Das gewährleistet eine stärkere Haftung und höhere Langlebigkeit der Deckschicht.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Welches Manganphosphatierungsmittel verwendet wird, richtet sich nach den spezifischen Anforderungen des jeweiligen Einsatzgebietes.</p>
<figure id="attachment_10398" aria-describedby="caption-attachment-10398" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10398 size-full" title="Gleit- und Wälzlager als typische Einsatzgebiete der Manganphosphatierung im Maschinenbau" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Kugellager.jpg" alt="manganphosphatierte Kugellager" width="1000" height="663" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Kugellager.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Kugellager-300x199.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Kugellager-768x509.jpg 768w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/10/manganphosphatierte-Kugellager-389x257.jpg 389w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10398" class="wp-caption-text">© Александр Юркевич &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Grenzen der Manganphosphatierung: Die Tücken von Aluminium und Kupfer</h2>
<p style="text-align: justify;">Nicht alle Metalle eignen sich gleichermaßen für das Konversionsverfahren mit Manganphosphat. Das liegt daran, dass die Reaktion eine gewisse chemische Aktivität der Metalloberfläche voraussetzt, insbesondere die Fähigkeit, unter Einfluss der Phosphatierungslösung Metallionen freizusetzen. Aluminium und Kupfer reagieren entweder ungenügend oder zu unkontrolliert mit den gängigen Manganphosphatlösungen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei Aluminium kann eine starke Passivierung auftreten, die eine Schichtbildung verhindert, während bei Kupfer die Gefahr unerwünschter Nebenreaktionen besteht, die keine stabile Phosphatschicht zulassen. Daher sind für diese Materialien andere Oberflächenbehandlungen erforderlich, die besser zu ihren spezifischen Eigenschaften passen. Für Aluminium kommen Konversionsverfahren wie Chromatieren oder <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/passivierung/">Passivieren</a> infrage, for Kupfer Beizen oder Lackieren. Als moderne Alternative für beide Metalle haben sich zudem zirkonium- oder titanbasierte Konversionsverfahren bewährt.</p>
<p style="text-align: justify;">Da es sich bei Aluminium und Kupfer um Nichteisenmetalle handelt, funktioniert auch das traditionelle Brünieren nicht.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/umweltbelastendes-bruenieren-ersetzen-manganphosphatierung-als-niedrigtemperatur-alternative/">Umweltbelastendes Brünieren ersetzen: Manganphosphatierung als Niedertemperatur-Alternative</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
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		<title>No-Rinse-Verfahren</title>
		<link>https://kluthe.com/magazin/no-rinse-verfahren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stefan Lenzer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2025 10:05:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Surface Treatment]]></category>
		<category><![CDATA[chromfreie Entfettung]]></category>
		<category><![CDATA[Haftvermittlung]]></category>
		<category><![CDATA[industrielle Anwendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Korrosionsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[metallische Oberflächen]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltige Oberflächenbehandlung]]></category>
		<category><![CDATA[No-Rinse-Verfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourceneinsparung]]></category>
		<category><![CDATA[spülfreie Vorbehandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Tensid-Polymer-Systeme]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Spülfreie Konversionsbehandlung für ideale Haftung und Korrosionsbeständigkeit Eine hochwertige Oberflächenvorbehandlung umfasst stets mehrere aufeinander abgestimmte Prozessschritte. Während die Reinigung die Grundlage für alle weiteren Behandlungen schafft, entscheidet insbesondere die anschließende Konversionsbehandlung über Haftung und Korrosionsbeständigkeit. Das sogenannte No-Rinse-Verfahren, das auch als spülfreie Konversionsbehandlung bezeichnet wird, erfolgt nach der Reinigung und erfordert kein Nachspülen mit Wasser. &#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/no-rinse-verfahren/">No-Rinse-Verfahren</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Spülfreie Konversionsbehandlung für ideale Haftung und Korrosionsbeständigkeit</h2>
<p style="text-align: justify;"><strong>Eine <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/">hochwertige Oberflächenvorbehandlung</a> umfasst stets mehrere aufeinander abgestimmte Prozessschritte. Während die Reinigung die Grundlage für alle weiteren Behandlungen schafft, entscheidet insbesondere die anschließende Konversionsbehandlung über Haftung und Korrosionsbeständigkeit. Das sogenannte No-Rinse-Verfahren, das auch als spülfreie Konversionsbehandlung bezeichnet wird, erfolgt nach der Reinigung und erfordert kein Nachspülen mit Wasser. Damit erfüllt es alle technischen Anforderungen an die nachfolgende Beschichtung und unterstützt zugleich die stetig wachsenden ökologischen und gesetzlichen Ansprüche an ressourcenschonendere Produktionsprozesse.</strong></p>
<h2>Was genau bedeutet No-Rinse?</h2>
<p style="text-align: justify;">No-Rinse, auf Deutsch: &#8222;kein Nachspülen&#8220; oder &#8222;spülfrei&#8220;, bezeichnet eine Konversions- bzw. Passivierungsbehandlung, die nach der Reinigung durchgeführt wird und keinen anschließenden Spülschritt mehr erfordert. Während bei konventionellen Konversionsverfahren die Prozesschemikalie gründlich abgespült werden muss, arbeitet die No-Rinse-Technologie, auch als spülfreie Behandlung bekannt, mit speziell formulierten, überwiegend wässrigen Systemen, die rückstandsfrei trocknen, ohne haftungsstörende oder korrosive Rückstände zu hinterlassen. Damit ist sie eine wirtschaftliche und zugleich wasser- und abwasserärmere Alternative zu herkömmlichen, häufig chrombasierten Passivierungsprozessen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die eigentliche Entfettung findet weiterhin als separater Prozessschritt statt. Erst im Anschluss erfolgt die No-Rinse-Konversionsbehandlung durch Tauchen, Sprühen oder Wischen. Die Formulierungen bilden eine haftvermittelnde, korrosionsschützende Oberfläche, die unmittelbar für weitere Verarbeitungsschritte wie Beschichten oder Kleben geeignet ist – ohne dass ein zusätzlicher Spülschritt notwendig wäre.</p>
<p style="text-align: justify;">No-Rinse-Konversionssysteme sind so ausgelegt, dass sie sowohl eine stabile, funktionale Schicht ausbilden als auch die Verträglichkeit mit nachfolgenden Prozessschritten gewährleisten. Einige Produkte bieten zusätzlich temporären Korrosionsschutz während der Zwischenlagerung.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10483" title="Aluminium kommt in vielen Industriezweigen zum Einsatz, beispielsweise zur Realisierung einer ästhetischen Gebäudestruktur" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/0.jpg" alt="Kluthe Aluminum -Oberflächenvorbehandlung" width="850" height="532" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/0.jpg 681w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/0-300x188.jpg 300w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></p>
<h2>Vorteile von No-Rinse gegenüber herkömmlichen Verfahren</h2>
<p style="text-align: justify;">Das No-Rinse-Verfahren, auch als spülfreie Konversionsbehandlung bekannt, bietet im Vergleich zu klassischen, spülpflichtigen Konversionsverfahren mehrere Vorteile, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Aspekte betreffen. Da die Passivierung ohne Spülen erfolgt, reduziert sich der Spülwasserbedarf signifikant. Das schont Ressourcen, minimiert die Abwassermenge und verringert die Belastung von Kläranlagen und Umwelt. Zudem entfällt eine komplexe Spültechnik, was Anlagenaufbau, Platzbedarf und Betriebskosten reduziert.</p>
<figure id="attachment_5468" aria-describedby="caption-attachment-5468" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-5468 size-full" title="No-Rinse-Verfahren zeichnen sich unter anderem durch einen niedrigeren Wasserverbrauch aus" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2024/09/wasseraufbereitungsanlage.jpg" alt="No-Rinse-Verfahren zeichnen sich unter anderem durch einen niedrigeren Wasserverbrauch aus" width="850" height="525" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2024/09/wasseraufbereitungsanlage.jpg 850w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2024/09/wasseraufbereitungsanlage-300x185.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2024/09/wasseraufbereitungsanlage-768x474.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-5468" class="wp-caption-text">© Peter &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Das No-Rinse-Verfahren ist bemerkenswert vielseitig und eignet sich für eine Vielzahl metallischer Werkstoffe, darunter Aluminium, Zink und deren Legierungen. Es lässt sich sowohl in manuelle als auch in automatisierte Prozesse integrieren. Diese Anpassungsfähigkeit macht No-Rinse-Systeme zu einer attraktiven Lösung für Unternehmen, die Effizienz und Qualität mit hohen Umweltstandards in Einklang bringen möchten. Um die Umstellung auf wasserärmere Produktionsprozesse zu erleichtern, entwickelt Kluthe als Systemanbieter entsprechende No-Rinse-Lösungen, die sich problemlos in bestehende Produktionslinien integrieren lassen.</p>
<h2>Chromfreies No-Rinse-Verfahren: Die chrom- und wasserärmere Alternative</h2>
<p style="text-align: justify;">Chromfreie No-Rinse-Konversionsbehandlungen auf Basis von Zirkonium-Titan-Verbindungen erfüllen die technischen Anforderungen an die nachfolgende Beschichtung und bieten gegenüber chromhaltigen Systemen Vorteile für Umwelt- und Arbeitsschutz, insbesondere durch den Wegfall von Chrom(VI)-haltigen Chemikalien. Sie unterstützen die stetig wachsenden ökologischen und gesetzlichen Ansprüche an moderne Produktionsprozesse.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10485" title="Bei der chemischen Vorbehandlung wird zwischen Vorbehandlungslinien mit reinem Aluminiumdurchsatz, mit gemischtem Durchsatz oder Teilen in Mischbauweise unterschieden" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/3.jpg" alt="No Rinse Verfahren" width="850" height="565" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/3.jpg 680w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/3-300x199.jpg 300w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></p>
<h2>Industrielle Einsatzbereiche des No-Rinse-Verfahrens</h2>
<p style="text-align: justify;">Haupteinsatzgebiet der Vorbehandlung ohne Spülen ist die industrielle Metallverarbeitung, insbesondere in Anwendungsfeldern mit hohen Anforderungen an Korrosionsschutz, Haftfestigkeit und Wirtschaftlichkeit. Besonders verbreitet ist sie in folgenden Bereichen:</p>
<ul>
<li>Lackierung und Pulverbeschichtung: Konversionsbehandlung nach der Reinigung, um die Haftung zu verbessern und den Korrosionswiderstand zu erhöhen</li>
<li>Automobilindustrie: für Karosserieteile, Fahrwerkskomponenten und andere Bauteile, die eine hochwertige Beschichtung erfordern</li>
<li>Elektronikgehäuse und Haushaltsgeräte: Passivierung von Metallgehäusen, um einen gleichmäßigen, langlebigen Lackauftrag zu erzielen</li>
<li>Vorbereiten vor Klebeprozessen: Gewährleisten der Haftfestigkeit struktureller Klebeverbindungen, z. B. in der Automobil- oder Luftfahrtindustrie</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Dank moderner Applikationsmethoden wie der elektrostatischen Auftragung können auch Lochbleche und schwer zugängliche Bauteiloberflächen effizient behandelt werden. Mit ihrer Multimetallfähigkeit eignen sich No-Rinse-Systeme besonders gut für Betriebe, die unterschiedliche Metalle wie Stahl, Aluminium und Zink beschichten (z. B. Lohnbeschichtungsbetriebe). Durch die geringen Infrastrukturanforderungen eignen sie sich auch für flexible Fertigungszellen oder mobile Vorbehandlungsstationen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-3295" title="Moderne Technologien zur Oberflächenvorbehandlung " src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/03/konversionsverfahren-chromatfreie-technologie.jpg" alt="Chromatfreie Technologie zur Oberflächenvorbehandlung – DECORRDAL" width="850" height="568" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/03/konversionsverfahren-chromatfreie-technologie.jpg 800w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/03/konversionsverfahren-chromatfreie-technologie-300x201.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/03/konversionsverfahren-chromatfreie-technologie-768x514.jpg 768w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/03/konversionsverfahren-chromatfreie-technologie-110x75.jpg 110w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></p>
<h2>Worin unterscheiden sich No-Rinse-Produkte von klassischen Vorbehandlungschemikalien?</h2>
<p>Die Unterschiede sind vielfältig. Im Folgenden die wichtigsten Aspekte im Überblick:</p>
<h3>Spülfrei vs. spülpflichtig</h3>
<p style="text-align: justify;">Klassische Vorbehandlungssysteme erfordern mehrere Prozessschritte: Reinigung, Spülen, ggf. Passivieren und Trocknen. Bei herkömmlichen Konversionsverfahren ist die Spülung essenziell, um Rückstände zu entfernen und die Oberfläche für nachfolgende Prozesse vorzubereiten. Mit No-Rinse-Konversionsprodukten behandelte Bauteile müssen lediglich trocknen und können dann sofort weiterverarbeitet werden.</p>
<figure id="attachment_10491" aria-describedby="caption-attachment-10491" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10491 size-full" title="Metallteile durchlaufen in einer Pulverbeschichtungsanlage einen Entfettungs- und Spülprozess" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Metal-parts-undergo-degreasing-and-rinsing.jpg" alt="Metal parts undergo degreasing and rinsing" width="850" height="565" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Metal-parts-undergo-degreasing-and-rinsing.jpg 850w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Metal-parts-undergo-degreasing-and-rinsing-300x199.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/11/Metal-parts-undergo-degreasing-and-rinsing-768x510.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-10491" class="wp-caption-text">© nordroden &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>SUPRABOND und DECORRDAL: No-Rinse-Produkte für ressourcenschonende Oberflächenvorbehandlung</h2>
<p style="text-align: justify;">Als Systemanbieter für ressourcenschonende Oberflächenvorbehandlung bietet die Chemische Werke Kluthe GmbH mit DECORRDAL AL 240 A und SUPRABOND zwei No-Rinse-Technologie-Lösungen, die hohe Anforderungen an eine effiziente, wasserärmere Passivierung von Metalloberflächen erfüllen.</p>
<h3>SUPRABOND</h3>
<p style="text-align: justify;">SUPRABOND ist eine spülfreie Beschichtungslösung, die <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/passivierung/">Passivierung</a>, <a href="https://kluthe.com/produkte/korrosionsschutzmittel/">Korrosionsschutz</a> und Antifingerprint-Eigenschaften in einem einzigen Prozess direkt während der Bandfertigung vereint. Beim Auftragen bildet das Produkt eine dünne Konversionsschicht, die Metalloberflächen zuverlässig vor Korrosion schützt und gleichzeitig einen Polymerfilm hinterlässt, der fettbedingte Verschmutzungen und Fingerabdrücke abweist. Als No-Rinse-System ermöglicht SUPRABOND einen nahtlosen Übergang zur nachfolgenden Lackierung ohne Spülschritt, was sowohl Wasser als auch Prozesszeit spart.</p>
<p style="text-align: justify;">SUPRABOND eignet sich primär für Edelstahloberflächen, insbesondere in der Bandfertigung von Weiß- und Braunwaren. Darüber hinaus lässt es sich als No-Rinse-Technologie in Coil-Beschichtungslinien auf verzinktem Stahl und Aluminium anwenden.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-4055" title="Abgestimmter SUPRABOND- und NOVICOAT-Beschichtungsprozess zur Herstellung von fertig lackiertem Bandmaterial" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/08/umformschmierstoffe-fuer-bleche.jpg" alt="Abgestimmter SUPRABOND- und NOVICOAT-Beschichtungsprozess zur Herstellung von fertig lackiertem Bandmaterial" width="850" height="566" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/08/umformschmierstoffe-fuer-bleche.jpg 800w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/08/umformschmierstoffe-fuer-bleche-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2021/08/umformschmierstoffe-fuer-bleche-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></p>
<h3>DECORRDAL</h3>
<p style="text-align: justify;">Dieses <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/konversionsverfahren/duennschichttechnologie/">phosphatfreie Dünnschichtverfahren</a> auf Zirkoniumbasis kann herkömmliche Verfahren wie die Eisen- und die Zinkphosphatierung ersetzen, indem es hochwertige Oxid- und Zirkon-/Titaniumschichten auf Eisen-, Zink- und Aluminiumoberflächen erzeugt. Für die Aluminiumbeschichtung steht neben dem klassischen DECORRDAL AL 230 A die No-Rinse-Variante DECORRDAL AL 240 A zur Verfügung, die eine spülfreie Passivierung bei Raumtemperatur in Spritz- und Tauchverfahren ermöglicht. Das vereinfacht den Anlagenaufbau, steigert die Prozessstabilität und senkt den Spülwasserbedarf.</p>
<p style="text-align: justify;">Beide Varianten arbeiten chromfrei und bieten damit eine chrom(VI)-freie, prozesssichere Lösung für die Passivierung von Aluminium- und verzinkten Oberflächen. Sie sind von GSB und Qualicoat für die anschließende Pulverbeschichtung zugelassen, was ihre hohe Qualität und Zuverlässigkeit beweist. Damit tragen sie zur Reduktion des Wasserverbrauchs und zur Vermeidung von Chrom(VI)-haltigen Chemikalien in der industriellen Anwendung bei.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/no-rinse-verfahren/">No-Rinse-Verfahren</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie moderne Oberflächentechnik Bauteile verschleißfest macht</title>
		<link>https://kluthe.com/magazin/wie-moderne-oberflaechentechnik-bauteile-verschleissfest-macht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joachim Holz]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Sep 2025 14:20:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Surface Treatment]]></category>
		<category><![CDATA[Diffusionsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Galvanisieren]]></category>
		<category><![CDATA[Hartstoffbeschichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Induktionshärten]]></category>
		<category><![CDATA[Korrosion]]></category>
		<category><![CDATA[Laserhärten]]></category>
		<category><![CDATA[Oberflächenvorbehandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Thermisches Spritzen]]></category>
		<category><![CDATA[Tribologie]]></category>
		<category><![CDATA[Verschleißfest]]></category>
		<category><![CDATA[Verschleißfestigkeit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://kluthe.com/magazin/?p=10003</guid>

					<description><![CDATA[<p>Bauteileoberflächen erfüllen vielfältige Funktionen. Je nach Einsatzbereich schützen sie vor Korrosion, beeinflussen die Ästhetik und/oder gewährleisten reibungslose Bewegungsabläufe. Eine weitere wichtige Aufgabe besteht in der Verschleißminderung, die maßgeblich zur Zuverlässigkeit und einer hohen Lebensdauer technischer Komponenten beiträgt. Wie gelingt es, mit modernen Technologien Oberflächen so verschleißfest zu gestalten, dass sie selbst extremen Belastungen standhalten? Ein &#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/wie-moderne-oberflaechentechnik-bauteile-verschleissfest-macht/">Wie moderne Oberflächentechnik Bauteile verschleißfest macht</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Bauteileoberflächen erfüllen vielfältige Funktionen. Je nach Einsatzbereich </strong><a href="https://kluthe.com/produkte/korrosionsschutzmittel/"><strong>schützen sie vor Korrosion</strong></a><strong>, beeinflussen die Ästhetik und/oder gewährleisten reibungslose Bewegungsabläufe. Eine weitere wichtige Aufgabe besteht in der Verschleißminderung, die maßgeblich zur Zuverlässigkeit und einer hohen Lebensdauer technischer Komponenten beiträgt. Wie gelingt es, mit modernen Technologien Oberflächen so verschleißfest zu gestalten, dass sie selbst extremen Belastungen standhalten? Ein Blick auf aktuelle Verfahren der </strong><a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/"><strong>Oberflächenvorbehandlung</strong></a><strong> offenbart die Komplexität und Funktionalität heutiger Schutzsysteme.</strong></p>
<h2>Was bedeutet verschleißfest?</h2>
<p style="text-align: justify;">Verschleißfestigkeit bezeichnet die Fähigkeit von Materialien oder Oberflächen, mechanischem Abrieb über längere Zeit zu widerstehen, ohne dabei an Struktur oder Funktion zu verlieren. Der Begriff taucht vor allem in technischen Kontexten auf, beispielsweise in den folgenden:</p>
<ul>
<li>Produktion und Fertigungstechnik: Die Oberflächen von Werkzeugen wie Fräsern, Stanzen oder Pressen müssen verschleißfest sein, um trotz immenser Belastungen hohe Standzeiten zu gewährleisten</li>
<li>Medizintechnik: Chirurgische Instrumente, Prothesen und Implantate benötigen widerstandsfähige Oberflächen, um langfristig funktionieren zu können. Oft steht die Verschleißbeständigkeit hier in Verbindung mit Biokompatibilität.</li>
<li>Werkstoffwissenschaft: Häufig geht es in Forschung und Entwicklung um das Testen neuer Materialien und Beschichtungen, um festzustellen, wie verschleißfest sie unter unterschiedlichen Bedingungen sind.</li>
<li>Tribologie (Reibungswissenschaft): Als interdisziplinäres Feld befasst sich die Tribologie mit der Optimierung von Schmierung zur Minderung von Reibung und Verschleiß.</li>
<li>Wie verschleißfest Bauteile und Materialien sind, wird durch Eigenschaften wie Härte, Elastizität und Oberflächenstruktur bestimmt. Verbessern lässt sich der Verschleißschutz durch verschiedene mechanische, chemische, thermische und galvanische Methoden.</li>
<li>Maschinen- und Fahrzeugbau: Bauteile wie Zahnräder, Kolben, Lager und Ventile müssen Reibung und Druck dauerhaft standhalten. Ein adäquater Verschleißschutz ist daher essenziell für die Betriebssicherheit und lange Wartungsintervalle.</li>
</ul>
<figure id="attachment_10249" aria-describedby="caption-attachment-10249" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10249" title="Alte Kegelrad-Zahnräder mit deutlichen Gebrauchsspuren – anschauliches Beispiel für Verschleiß und Reparaturbedarf" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2025/10/verschlissenes-Getriebe.jpg" alt="verschlissenes-Getriebe" width="850" height="567" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2025/10/verschlissenes-Getriebe.jpg 1200w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2025/10/verschlissenes-Getriebe-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2025/10/verschlissenes-Getriebe-1024x683.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2025/10/verschlissenes-Getriebe-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-10249" class="wp-caption-text">© Piotr &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Was ist der Unterschied zwischen Korrosion und Verschleiß?</h2>
<p style="text-align: justify;">Beim Verschleiß bleibt das Material chemisch intakt, verliert jedoch physikalisch durch Abrieb, Risse oder Mikrobrüche an Form oder Masse. Das kann sich auf die Passgenauigkeit und die Funktion der Bauteile auswirken. Meist zeigen sich Warnzeichen wie Spiel, Geräusche oder eine erhöhte Reibung, sodass noch die Möglichkeit besteht, rechtzeitig einzugreifen, bevor größere Schäden entstehen oder es zu einem kritischen Ausfall kommt. Über regelmäßige Messungen oder Inspektionen lässt sich Verschleiß gut beobachten und kalkulieren. Durch die Berechenbarkeit können Wartungsintervalle festgelegt werden, um verschleißanfällige Bauteile frühzeitig auszutauschen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei der Korrosion verändert sich die chemische Zusammensetzung des Materials. Aluminium wird zu Aluminiumoxid, Eisen zu Eisenoxid. In Gang gesetzt wird dieser Prozess durch chemische oder elektrochemische Reaktionen mit der Umgebung, etwa mit Wasser, Sauerstoff oder Säuren. Da Korrosion auch unter der Oberfläche und in verdeckten Bereichen voranschreitet, ist sie schwer vorhersehbar. Sichtbare Anzeichen zeigen sich oft erst, wenn die strukturelle Integrität des betroffenen Bauteils bereits beeinträchtigt ist. Ein äußerlich intaktes Rohr kann innen schon so stark korrodiert sein, dass es unerwartet bricht.</p>
<figure id="attachment_10184" aria-describedby="caption-attachment-10184" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10184" title="Korrosion zeigt sich durch Rost – die Abnutzung der Zähne dagegen durch reinen Verschleiß" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Motorrad-Kette.jpg" alt="Motorrad-Kette - Wie moderne Oberflächentechnik Bauteile verschleißfest macht" width="850" height="567" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Motorrad-Kette.jpg 1200w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Motorrad-Kette-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Motorrad-Kette-1024x683.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Motorrad-Kette-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-10184" class="wp-caption-text">© kasarp &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Oberflächenveredelung für höheren Verschleißschutz</h2>
<p>Die Oberflächentechnik kennt eine Vielzahl von Oberflächenbehandlungen zur Erhöhung der Verschleißfestigkeit. Hier einige der wichtigsten Beschichtungsverfahren im Überblick:</p>
<h3>Galvanisieren</h3>
<p style="text-align: justify;">Galvanisieren steht für die elektrolytische Abscheidung einer Metallschicht (häufig aus Nickel, Zink oder Chrom) auf einem Bauteil. Das Werkstück (Kathode) wird zusammen mit einer als Metallquelle dienenden Elektrode (Anode) in ein Elektrolytbad eingetaucht. Zwischen beidem fließt ein elektrischer Strom (Gleichstrom). Durch die Elektrizität lösen sich Metallionen von der Anode. Sie wandern zur Kathode und lagern sich dort als feste, gleichmäßige Schicht an. Diese verbessert sowohl die Verschleißbeständigkeit als auch den Korrosionsschutz. Besonders in der Automobilindustrie und im Maschinenbau trägt das Galvanisieren dazu bei, Bauteile vor mechanischer Beanspruchung zu schützen und ihre Lebensdauer deutlich zu verlängern.</p>
<figure id="attachment_10244" aria-describedby="caption-attachment-10244" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10244 size-full" title=" Eine galvanische Schicht schützt Bauteile und hält sie verschleißfest" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2025/10/Galvanik-1.jpg" alt=" Eine galvanische Schicht schützt Bauteile und hält sie verschleißfest" width="1200" height="800" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2025/10/Galvanik-1.jpg 1200w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2025/10/Galvanik-1-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2025/10/Galvanik-1-1024x683.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2025/10/Galvanik-1-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><figcaption id="caption-attachment-10244" class="wp-caption-text">© Remigiusz Góra &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h3>Hartstoffbeschichtung</h3>
<p style="text-align: justify;">Bei der Hartstoffbeschichtung wird die Werkstoffoberfläche mit einer dünnen, aber extrem harten Schicht überzogen, die gegen mechanischen Abrieb, Korrosion und hohe Temperaturen schützt. Typische Verfahren dieser Art der Oberflächenveredelung sind:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">PVD (Physical Vapor Deposition): Beschichtungswerkstoffe werden bei 150 bis 600 °C im Vakuum verdampft und schlagen sich auf der Werkstückoberfläche nieder.</li>
<li style="text-align: justify;">CVD (Chemical Vapor Deposition): Gasförmige Stoffe reagieren bei 900 bis 1.100 °C chemisch mit der Oberfläche und bilden auf dieser eine Schutzschicht, die robust und verschleißfest ist.</li>
<li style="text-align: justify;">HVOF (High Velocity Oxygen Fuel): Bei dieser Technik entsteht durch thermisches Spritzen mit hoher Geschwindigkeit eine besonders verschleißfeste Oberfläche. Die Temperaturen können bei dieser Oberflächenbehandlung lokal bei über 3.000 °C liegen.</li>
<li style="text-align: justify;">Laserauftragschweißen: Bei dieser punktuellen, sehr präzisen Methode werden Hartstoffe in die lokal aufgeschmolzene Werkstückoberfläche eingebracht.</li>
<li style="text-align: justify;">Plasma-Pulver-Auftragschweißen (PTA): Hartmetallpulver wird bei mehr als 2.000 °C mit Plasma auf der Oberfläche aufgeschmolzen.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Gängige Hartstoffe für die industrielle Beschichtung mit diesen Verfahren der Oberflächentechnik sind Titannitrid (TiN), Titancarbonitrid (TiCN), Chromnitrid (CrN), Diamantähnlicher Kohlenstoff (DLC) und Aluminiumoxid (Al2O3).</p>
<figure id="attachment_10180" aria-describedby="caption-attachment-10180" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10180" title="Hohe Standzeiten von Maschinen entstehen nur durch verschleißfeste Oberflächen" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/CNC-Fraese.jpg" alt="CNC Fräse - Wie moderne Oberflächentechnik Bauteile verschleißfest macht" width="850" height="566" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/CNC-Fraese.jpg 1200w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/CNC-Fraese-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/CNC-Fraese-1024x682.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/CNC-Fraese-768x511.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-10180" class="wp-caption-text">© A_n_d_i_K &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h3>Diffusionsverfahren</h3>
<p style="text-align: justify;">Im Rahmen dieser Oberflächentechnik werden Atome gezielt in die Oberflächen von Werkstücken eingebracht, um deren Eigenschaften dauerhaft zu verbessern. Der Diffusionsprozess findet meist bei Temperaturen zwischen 500 und 1.100 °C statt und dauert von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Tagen. Der Grad der Verschleißminderung wird durch die Temperatur, die Zeitdauer und die Konzentration des Mediums gesteuert. Zu den am häufigsten angewendeten Diffusionsverfahren zählen:</p>
<ul>
<li>Nitrieren (mit Stickstoff): hohe Härte, geringer Verzug</li>
<li>Borieren (mit Bor): extreme Härte, Hitzebeständigkeit</li>
<li>Alitieren (mit Aluminium): hohe Abriebfestigkeit, Temperaturbeständigkeit, Korrosionsschutz</li>
<li>Sherardisieren (mit Zink): Verschleißminderung, Korrosionsschutz</li>
<li>Inchromieren (mit Chrom): Korrosions- und Verschleißschutz</li>
<li>Carbonitrieren (mit Stickstoff und Kohlenstoff): Härte, Zähigkeit</li>
</ul>
<figure id="attachment_10197" aria-describedby="caption-attachment-10197" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10197" title="Ein moderner Ofen zum Nitrieren, Aufkohlen und Carbonitrieren" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Computerisierte-Waermebehandlungsanlage.jpg" alt="Computerisierte Wärmebehandlungsanlage, Ein moderner Ofen zum Nitrieren, Aufkohlen und Carbonitrieren" width="850" height="543" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Computerisierte-Waermebehandlungsanlage.jpg 1280w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Computerisierte-Waermebehandlungsanlage-300x191.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Computerisierte-Waermebehandlungsanlage-1024x654.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Computerisierte-Waermebehandlungsanlage-768x490.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-10197" class="wp-caption-text">By S zillayali &#8211; Own work, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19693854</figcaption></figure>
<h2 data-start="561" data-end="605">Manganphosphatierung</h2>
<p style="text-align: justify;" data-start="607" data-end="1038">Die Manganphosphatierung ist ein Konversionsverfahren, das sowohl für den Verschleiß- als auch für den Korrosionsschutz eingesetzt wird. Die Schichten sind feinkristallin, gleichmäßig und im Vergleich zu Zinkphosphatschichten deutlich härter. Typische Anwendungen finden sich bei Verzahnungsteilen und anderen stark beanspruchten Maschinenelementen, wo die Einlaufeigenschaften verbessert und der Verschleiß minimiert werden.</p>
<ul data-start="1040" data-end="1419">
<li data-start="1040" data-end="1092">
<p data-start="1042" data-end="1092">Kombination aus Verschleiß- und Korrosionsschutz</p>
</li>
<li data-start="1093" data-end="1226">
<p data-start="1095" data-end="1226">Dunkle, fast schwarze Oberflächen, in Verbindung mit CUSTOS- und HAKUDREN-Produkten auch als Ersatz für Brünierungen geeignet</p>
</li>
<li data-start="1227" data-end="1353">
<p data-start="1229" data-end="1353">Reproduzierbare Steuerung von Schichtmorphologie und Schichtdicke durch Anpassung der Beizparameter und Aktivierungsmittel</p>
</li>
<li data-start="1354" data-end="1419">
<p data-start="1356" data-end="1419">Vermeidung von Beiznarbigkeit durch optimierte Prozessführung</p>
</li>
</ul>
<p><a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/konversionsverfahren/manganphosphatierung/"><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10194" title="Produkte zur Manganphosphatierung aus der DECORRDAL 70er-Reihe eignen sich sowohl für den Verschleiß- als auch den Korrosionsschutz" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Manganphosphatierung_800x800-1.jpg" alt="Produkte zur Manganphosphatierung aus der DECORRDAL 70er-Reihe eignen sich sowohl für den Verschleiß- als auch den Korrosionsschutz" width="850" height="566" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Manganphosphatierung_800x800-1.jpg 800w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Manganphosphatierung_800x800-1-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Manganphosphatierung_800x800-1-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></a></p>
<p>Die durch diese Methoden der Oberflächenbehandlung erzeugten integrierten Schutzschichten bleiben dauerhaft erhalten.</p>
<h3>Induktions- und Laserhärten</h3>
<p style="text-align: justify;">Diese hochpräzisen Verfahren zur Oberflächenhärtung kommen zur Anwendung, wenn Verschleißfestigkeit und geringer Verzug gefragt sind. Beim Induktionshärten wird das Werkstück in ein wechselndes Magnetfeld gebracht. Die dadurch entstehenden Wirbelströme erhitzen das Metall lokal, meist auf 800 bis 1.000 °C. Durch das anschließende Abschrecken bildet sich eine besonders harte Randschicht, während die Kernstruktur erhalten bleibt.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim Laserhärten erwärmt ein Laserstrahl die Werkstoffoberfläche lokal auf etwa 900 bis 1.400 °C. Die erhitzte Zone wird durch das umliegende Material im Zuge der sogenannten Selbstabschreckung abgekühlt. Das dabei entstehende Martensit ist besonders hart und verschleißfest und damit eine ideale Schutzschicht für hoch beanspruchte Funktionsflächen.</p>
<h3>Thermische Spritzverfahren</h3>
<p style="text-align: justify;">Bei diesen Beschichtungsverfahren werden erhitzte oder geschmolzene Partikel (Keramiken, Metalle, Karbide) mit hoher Geschwindigkeit auf die vorbereiteten Werkstückoberflächen geschleudert. Dort erstarren sie und bilden eine mechanisch verankerte, haftfeste Schutzschicht, die verschleißfest ist. Dabei kommen unter anderen folgende Werkstoffe zum Einsatz:</p>
<ul>
<li>Wolframkarbid-Kobalt (WC-Co): extrem hart, optimal für hohe mechanische Belastungen</li>
<li>Aluminiumoxid-Titandioxid (Al2O3-TiO2): für Abriebfestigkeit und gute elektrische Isolation</li>
<li>Chromkarbid (Cr3C2): ideal gegen Abrasion, hohe Korrosions- und Temperaturbeständigkeit</li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10201" title="Mit Chromkarbid (Cr₃C₂) beschichtete Bauteile sind dank Metallmatrixverbund besonders hart und langlebig" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Chromium_carbide_Cr3C2.jpg" alt="Chromcarbid (Cr₃C₂)" width="850" height="700" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Chromium_carbide_Cr3C2.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Chromium_carbide_Cr3C2-300x247.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Chromium_carbide_Cr3C2-768x632.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></p>
<p style="text-align: justify;">Gegenüber anderen Verfahren bietet diese Oberflächentechnik mehrere Vorteile. Sie ist sowohl für Metalle als auch für Keramiken und Verbundwerkstoffe einsetzbar und ideal zur Oberflächenhärtung temperaturempfindlicher Bauteile. Die industrielle Beschichtung ermöglicht hohe Schichtdicken von bis zu einigen Millimetern und eignet sich auch zur Wiederaufarbeitung verschlissener Teile</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/wie-moderne-oberflaechentechnik-bauteile-verschleissfest-macht/">Wie moderne Oberflächentechnik Bauteile verschleißfest macht</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was bedeutet synthetisch hergestellt? &#8211; Synthese in der Chemie</title>
		<link>https://kluthe.com/magazin/was-bedeutet-synthetisch-hergestellt-synthese-in-der-chemie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Chemische Werke Kluthe GmbH]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Sep 2025 10:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Surface Treatment]]></category>
		<category><![CDATA[anorganische Synthese]]></category>
		<category><![CDATA[biochemische Synthese]]></category>
		<category><![CDATA[chemische Synthese]]></category>
		<category><![CDATA[E-Fuels]]></category>
		<category><![CDATA[elektrochemische Synthese]]></category>
		<category><![CDATA[Innovative Treibstoffe]]></category>
		<category><![CDATA[organische Synthese]]></category>
		<category><![CDATA[Reaktionsverfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Schlüsseltechnologie]]></category>
		<category><![CDATA[Synthese in der Chemie]]></category>
		<category><![CDATA[synthetisch hergestellt]]></category>
		<category><![CDATA[synthetische Stoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Innovative Treibstoffe, neue Medikamente, Hightech-Textilien &#8211; die moderne Chemie erzeugt eine Vielzahl von Produkten, die niemals auf natürliche Weise entstehen würden. Ein aktuelles Beispiel sind die sogenannten E-Fuels, die aus Wasserstoff und CO₂ künstlich hergestellt werden. Hinter dem Ganzen steht die chemische Synthese, die es ermöglicht, einfache Verbindungen gezielt zu neuen Stoffen mit speziellen Eigenschaften &#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/was-bedeutet-synthetisch-hergestellt-synthese-in-der-chemie/">Was bedeutet synthetisch hergestellt? &#8211; Synthese in der Chemie</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Innovative Treibstoffe, neue Medikamente, Hightech-Textilien &#8211; die </strong><a href="https://kluthe.com/produkte/"><strong>moderne Chemie erzeugt eine Vielzahl von Produkten</strong></a><strong>, die niemals auf natürliche Weise entstehen würden. Ein aktuelles Beispiel sind die sogenannten E-Fuels, die aus Wasserstoff und CO₂ künstlich hergestellt werden. Hinter dem Ganzen steht die chemische Synthese, die es ermöglicht, einfache Verbindungen gezielt zu neuen Stoffen mit speziellen Eigenschaften zusammenzusetzen. Damit sind entsprechende Reaktionsverfahren nicht nur ein zentrales Werkzeug der Chemie, sondern eine essenzielle Schlüsseltechnologie für die Zukunft.</strong></p>
<h2>Was steckt hinter dem Wort &#8217;synthetisch&#8216;?</h2>
<p style="text-align: justify;">Das Adjektiv &#8217;synthetisch&#8216; beschreibt etwas, das nicht natürlich entstanden ist, sondern künstlich erzeugt wurde. Das Wort entstammt dem griechischen &#8217;synthesis&#8216;, das &#8218;Zusammensetzung&#8216; bedeutet. Syntheseprodukte zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:</p>
<ul>
<li>Aus chemischen Rohstoffen oder künstlichen Bausteinen hergestellt</li>
<li>Häufig mit kontrollierten Spezifika und in gleichbleibender Qualität</li>
<li>In aller Regel industriell oder laborseitig produziert</li>
<li>Nachahmung oder Verknüpfung natürlicher Eigenschaften</li>
</ul>
<figure id="attachment_10081" aria-describedby="caption-attachment-10081" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10081" title="E-Fuels: künstliche Treibstoffe aus H₂ und CO₂ – Beispiel moderner chemischer Synthese als Schlüsseltechnologie der Zukunft" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/E-Fuel.jpg" alt="E-Fuel" width="850" height="567" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/E-Fuel.jpg 1200w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/E-Fuel-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/E-Fuel-1024x683.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/E-Fuel-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-10081" class="wp-caption-text">© luchschenF &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Typische Beispiele für Produkte der Synthesechemie sind:</p>
<ul>
<li>Synthetische Stoffe wie Nylon oder Polyester-Stoff</li>
<li>E-Fuels wie E-Diesel, E-Benzin, E-Kerosin oder E-Methanol</li>
<li>Pharmazeutika wie Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen, Paracetamol) und Antibiotika (z. B. Amoxicillin)</li>
<li>Agrochemikalien wie Herbizide (z. B. Glyphosat) und Insektizide (z. B. Imidacloprid)</li>
<li>Farben (z. B. Azo- und Anthrachinon-Farbstoffe) und Pigmente (z. B. Titandioxid)</li>
<li>Lacke und Harze (z. B. Epoxidharze, Alkydharze)</li>
<li>Lösungsmittel (z. B. Aceton, Toluol, Methanol)</li>
<li>Feinchemikalien für die Halbleiterfertigung</li>
<li>Kühlschmierstoffe</li>
</ul>
<figure id="attachment_10121" aria-describedby="caption-attachment-10121" style="width: 1200px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://kluthe.com/produkte/umformschmierstoffe/...fuer-bleche/"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10121 size-full" title="HAKUFORM und HAKUFLUID: vollsynthetische Kühlschmierstoffe" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/rolled-aluminum-coils-2.jpg" alt="Gewalzte Aluminium-Coils" width="1200" height="800" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/rolled-aluminum-coils-2.jpg 1200w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/rolled-aluminum-coils-2-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/rolled-aluminum-coils-2-1024x683.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/rolled-aluminum-coils-2-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /></a><figcaption id="caption-attachment-10121" class="wp-caption-text">© phonlamaiphoto &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Chemische Synthese als Basis für Syntheseprodukte</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Bezeichnung chemische Synthese steht für den gezielten Aufbau komplexer Moleküle aus zwei oder mehr einfacheren, meist reaktiven Ausgangsstoffen. Die chemische Reaktion wird dabei so gesteuert, dass die gewünschten Bindungen mit den angestrebten Charakteristika entstehen. Grob unterschieden werden vier Arten von Syntheseverfahren.</p>
<h2>Organische Synthese</h2>
<p style="text-align: justify;">Die organische Synthese befasst sich mit dem Aufbau komplexer Kohlenstoffverbindungen. Sie bildet die Grundlage für die Herstellung von Kunststoffen, Farbstoffen, Pharmazeutika, Kunstfasern (z. B. für Polyester-Stoff) und vielen weiteren funktionellen Produkten. Durch gezielte Reaktionsverfahren lassen sich Verbindungen mit speziellen Eigenschaften synthetisch erzeugen und auf diese Weise neue Werk- und Wirkstoffe entwickeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Bezüglich des Ablaufs werden die lineare Synthese und die konvergente Synthese unterschieden. Bei Ersterer folgen die einzelnen Reaktionsschritte nacheinander, wobei das jeweilige Produkt Ausgangsstoff des nächsten Schrittes ist. Die Vorteile liegen in der einfachen Planung und Durchführung, die Nachteile in den mit jeder Stufe abnehmenden Ausbeuten. Bei der konvergenten Synthese werden die Teilstränge unabhängig aufgebaut. Die Zusammenführung erfolgt erst im späteren Verlauf. Die Herausforderungen bei diesen Syntheseverfahren bestehen in der komplexen Kopplungsstrategie, die Vorzüge in der höheren Gesamtausbeute und der besseren Skalierbarkeit.</p>
<figure id="attachment_10150" aria-describedby="caption-attachment-10150" style="width: 1000px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10150 size-full" title="Organische Synthese: Aufbau komplexer Kohlenstoffverbindungen für Kunststoffe, Pharmazeutika und Hightech-Materialien" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Organische-Synthese.jpg" alt="Organische Synthese: Darstellung" width="1000" height="566" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Organische-Synthese.jpg 1000w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Organische-Synthese-300x170.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Organische-Synthese-768x435.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /><figcaption id="caption-attachment-10150" class="wp-caption-text">© Prasanth &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Im Mittelpunkt jeder organischen Synthese stehen fundamentale Reaktionstypen, die sich hinsichtlich Mechanismus, Reagenzien und Einsatzgebiet unterscheiden. Die häufigsten Reaktionstypen sind:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Substitutionsreaktionen (Austausch einer Abgangsgruppe durch ein Nukleophil oder Elektrophil)</li>
<li style="text-align: justify;">Additionsreaktionen (Hinzufügen von Atomen oder Atomgruppen zu einem Molekül, wobei eine oder mehrere Mehrfachbindungen aufgebrochen werden)</li>
<li style="text-align: justify;">Eliminationsreaktionen (Abspaltung kleiner Moleküle zur Erzeugung von Doppel- oder Dreifachbindungen)</li>
<li style="text-align: justify;">Umlagerungsreaktionen (Verschieben von Atomen oder Atomgruppen im Molekülgerüst)</li>
<li style="text-align: justify;">Radikalreaktionen (Auslösen von Kettenreaktionen durch Wärme, Licht oder Peroxide)</li>
<li style="text-align: justify;">Redox-Reaktionen (Anpassen des Oxidationszustands von Kohlenstoff durch Oxidation oder Reduktion)</li>
<li style="text-align: justify;">Metallkatalysierte Kupplungsreaktionen (Einsatz von Übergangsmetallkatalysatoren zur Erzeugung von C-C-Bindungen zwischen organischen Molekülen)</li>
</ul>
<figure id="attachment_10075" aria-describedby="caption-attachment-10075" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10075" title="Die organische Synthese – Schlüsseltechnologie für Innovationen in Chemie und Pharma" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Organische-Synthese.jpg" alt="Organische Synthese" width="850" height="567" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Organische-Synthese.jpg 1200w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Organische-Synthese-300x200.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Organische-Synthese-1024x683.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Organische-Synthese-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-10075" class="wp-caption-text">© H_Ko &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Anorganische Synthese</h2>
<p style="text-align: justify;">Die anorganische Synthese beschäftigt sich mit der Herstellung und Modifikation von Verbindungen ohne Kohlenwasserstoff-Gerüste. Sie gehört zu den ältesten Disziplinen der Chemie und ist Grundlage für unterschiedlichste moderne Techniken von Katalysatoren über Keramiken bis hin zu Halbleitern. In erster Linie konzentriert sie sich auf Übergangsmetallkomplexe, Metalloxide und Salze. Eine herausragende Rolle für die chemische Reaktion spielen Faktoren wie Kristallstruktur, Phasenbildung und elektronische Eigenschaften.</p>
<h2>Zu den wichtigsten Synthesemethoden in diesem Bereich zählen:</h2>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Festkörpersynthese (Pulverförmige gemischte Reagenzien werden bei Temperaturen von über 500 °C zur Reaktion gebracht)</li>
<li style="text-align: justify;">Hydrothermale bzw. solvothermale Synthese (Die Umsetzung erfolgt in Wasser oder überkritischen Medien bei moderaten Temperaturen und erhöhtem Druck in einem geschlossenen Reaktionsgefäß)</li>
<li style="text-align: justify;">Chemische Gasphasenabscheidung (Gasförmige Vorstufen bilden durch chemische Reaktionen <a href="https://kluthe.com/produkte/oberflaechenvorbehandlung/">dünne Feststoffschichten auf Oberflächen</a>)</li>
<li style="text-align: justify;">Mechanochemische Synthese (Reagenzien werden durch Rühren oder Mahlen mechanisch aktiviert)</li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10072" title="Anorganische Synthese" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Anorganische-Synthese-2.jpg" alt="Anorganische Synthese 2" width="850" height="520" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Anorganische-Synthese-2.jpg 1299w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Anorganische-Synthese-2-300x183.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Anorganische-Synthese-2-1024x626.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Anorganische-Synthese-2-768x469.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /></p>
<p style="text-align: justify;">Ist die chemische Synthese vollendet, bedarf es eines detaillierten Blicks, um die Struktur und die Eigenschaften der synthetisch erzeugten Produkte zu verstehen. Zur Anwendung kommen Verfahren wie die Röntgenbeugung, die Elektronenmikroskopie, spektroskopische Methoden und thermische Analysen.</p>
<h2>Biochemische (enzymatische) Synthese</h2>
<p style="text-align: justify;">Bei der enzymatischen Synthese geht es um die gezielte Bildung komplexer Biomoleküle durch Protein-Katalyse. Enzyme verringern die Aktivierungsenergie und beschleunigen die Reaktionen um mehrere Größenordnungen. Diese Herstellungsverfahren finden unter milden Bedingungen statt und gewährleisten eine hohe Substratspezifität und Selektivität. Eine rein chemische Synthese wäre hierzu kaum oder nur mit hohem Energieaufwand in der Lage.</p>
<h2>Typische Biosyntheseverfahren sind:</h2>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Fettsäuresynthese (wiederholtes Decarboxylieren und Kondensieren von Acetyl- und Malonyl-Einheiten)</li>
<li style="text-align: justify;">Polyketidsynthese (Komplexe Naturstoffe werden durch modular aufgebaute Enzymkomplexe synthetisch hergestellt)</li>
<li style="text-align: justify;">Nicht-ribosomale Peptidsynthese (Bildung diverser Antibiotika mittels Assembly-Line-Mechanismus)</li>
<li style="text-align: justify;">Shikimisäureweg (biochemischer Stoffwechselweg zur Biosynthese von aromatischen Aminosäuren und sekundären Pflanzenstoffen)</li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-10154 size-full" title="Darstellung des enzymatischen Katalyseprozesses: Substratbindung, Umwandlung und Produktfreisetzung" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Mechanismus-der-Enzymwirkung.jpg" alt="Darstellung des enzymatischen Katalyseprozesses: Substratbindung, Umwandlung und Produktfreisetzung" width="1136" height="488" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Mechanismus-der-Enzymwirkung.jpg 1136w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Mechanismus-der-Enzymwirkung-300x129.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Mechanismus-der-Enzymwirkung-1024x440.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/08/Mechanismus-der-Enzymwirkung-768x330.jpg 768w" sizes="(max-width: 1136px) 100vw, 1136px" /></p>
<h2>Elektrochemische Synthese</h2>
<p style="text-align: justify;">Hierbei wird elektrischer Strom zur gezielten Steuerung von Redoxreaktionen an Elektroden genutzt, um komplexe Moleküle synthetisch zu erzeugen. Oxidation und Reduktion werden in einer elektrochemischen Zelle getrennt durchgeführt. Das erlaubt direkte Elektronentransfers zwischen Elektroden und Reaktanten und eröffnet nachhaltige Synthesewege ohne Zusatzreagenzien.</p>
<p>Beispiele für diese Art der Synthesechemie sind:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">Kolbe-Elektrolyse (Kopplung organischer Säuren zu größeren Molekülen durch Decarboxylierung)</li>
<li style="text-align: justify;">Kathodische Hydrodimerisierung (Herstellungsverfahren, das beispielsweise zur industriellen Erzeugung von Adipodinitril aus Acrylonitril genutzt wird)</li>
<li style="text-align: justify;">Shono-Oxidation (anodische Bildung von N-Acyliminium-Ionen aus Carbonsäureestern mit anschließender nukleophiler Addition)</li>
<li style="text-align: justify;">Elektrofluorierung (Ersetzen von Wasserstoffatomen in organischen Molekülen durch Fluoratome in flüssigem Schwefeldioxid oder Fluorwasserstoff)</li>
</ul>
<figure id="attachment_10078" aria-describedby="caption-attachment-10078" style="width: 850px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-10078" title="Die elektrochemische Synthese wandelt Strom direkt in chemische Reaktionen um und ermöglicht so die Bildung neuer Moleküle" src="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Elektrochemische-Synthese.jpg" alt="Elektrochemische Synthese" width="850" height="552" srcset="https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Elektrochemische-Synthese.jpg 1200w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Elektrochemische-Synthese-300x195.jpg 300w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Elektrochemische-Synthese-1024x665.jpg 1024w, https://kluthe.com/magazin/wp-content/uploads/2027/07/Elektrochemische-Synthese-768x499.jpg 768w" sizes="(max-width: 850px) 100vw, 850px" /><figcaption id="caption-attachment-10078" class="wp-caption-text">© sinhyu &#8211; stock.adobe.com</figcaption></figure>
<h2>Chemische Herstellung synthetischer Stoffe: Alle Pluspunkte im Blick</h2>
<p style="text-align: justify;">Synthetisch produzierte Stoffe bieten vielfältige Vorteile. Zum einen können sie sehr rein sein, da die Zusammensetzung exakt steuerbar ist und Verunreinigungen sich gezielt ausschließen lassen. Außerdem bedeuten synthetische Stoffe eine größere Unabhängigkeit von natürlichen Ressourcen wie saisonalen oder nur geografisch begrenzt vorhandenen Rohstoffen. Oft lässt sich die chemische Herstellung mittels Synthesetechnik kostengünstiger realisieren als die Gewinnung aus natürlichen Quellen. Das gilt vor allem für seltene oder schwer zugängliche Grundstoffe.</p>
<p style="text-align: justify;">Indem Stoffe künstlich hergestellt werden, die in der Natur nicht vorkommen, eröffnen sich neue Anwendungen in der Materialwissenschaft, der Medizin, der Elektronik und vielen anderen Bereichen. Synthetisch erzeugte Materialien können beispielsweise besonders leicht, leitfähig, hitzebeständig oder biologisch abbaubar sein. Ein einmal entwickelter Syntheseweg lässt sich relativ problemlos auf industrielle Maßstäbe übertragen. Damit können große Mengen eines Produktes effizient synthetisch hergestellt werden. Synthesetechnik, die Katalyse oder enzymatische Verfahren nutzt, punktet in aller Regel auch mit Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit, da sie Energie einspart und weniger Abfall erzeugt.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://kluthe.com/magazin/was-bedeutet-synthetisch-hergestellt-synthese-in-der-chemie/">Was bedeutet synthetisch hergestellt? &#8211; Synthese in der Chemie</a> erschien zuerst auf <a href="https://kluthe.com/magazin">Kluthe Magazin</a>.</p>
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